Das regelt die UV-Schutzverordnung

Die UV-Schutz-Verordnung der EU ist zum Jahresbeginn 2012 in Kraft getreten. Seither müssen Sonnenstudios, Saunen, Hotels oder Fitnesseinrichtungen ihre Geräte umrüsten und das Personal schulen lassen.

Jugendliche unter 18 Jahre ist die Nutzung von Sonnenbänken generell verboten. Seit August 2012 müssen alle Sonnenbänke technisch den neuen Vorschriften entsprechen. Sie dürfen nur noch eine "erythemwirksame Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt pro Quadratmeter" besitzen. Dies entspricht der Sonneneinstrahlung am Äquator um 12 Uhr am Mittag.

Seit November 2012 müssen während der Betriebszeiten der Solarien speziell geschulte Berater permanent in den Anlagen sein. Selbstbedienungsanlagen ohne Fachpersonal sind seither verboten.

Magdeburg. Der Schwimmbad-Betreiber "Bäderland" in Hamburg ist das jüngste Beispiel für die Stilllegung von Sonnenbänken. 28 Anlagen, teilte das Bad Ende 2013 mit, wurden abgebaut. Grund sei eine EU-Schutzverordnung, die Solarienbetreibern seit 2012 strenge Auflagen erteilt (Infokasten). Minderjährigen ist schon seit 2009 die Nutzung generell verboten. Mit den Neuregelungen soll dem Hautkrebsrisiko, was mit der Nutzung von Sonnenbänken ansteigt, entgegengewirkt werden.

Auch in Sachsen-Anhalts Schwimmbädern sind Solarbänke auf dem Rückzug. Im Magdeburger "Nautica" gibt es noch zwei Solarbänke im Saunabereich. Das Hallenser Bad "Maya Mare" verfügt nur noch über eine Sonnenbank. Beide Schwimmbäder nutzen demnach eine Sonderregelung in der neuen Verordnung, wonach bei Betrieb von nicht mehr als zwei Geräten in einer Einrichtung geschultes Fachpersonal nicht zwingend ständig vor Ort sein muss.

3800 größere Studios mit Sonnenbänken bundesweit

Wieviel Sonnenstudios und Sonnenbankbetreiber in Hotels, Saunen, Fitnessstudios es in Sachsen-Anhalt gibt, kann der Bundesfachverband Solarien und Besonnung nicht angeben. Einen Landesverband gibt es nicht. Schätzungen des Verbandes zufolge gibt es derzeit etwa 3800 Sonnenstudios in Deutschland mit jeweils mehr als vier Sonnenbänken. 1300 dieser Studios sind im Bundesverband organisiert.

Der Verbandsvorsitzende, Hans-Dieter Roggendorf, geht von einem deutlichen Rückgang der Anzahl der Betriebe aus: "Vor 2009 gab es noch etwa 7500 Studios." Mit dem Verbot für Jugendliche unter 18 Jahren, das im gleichen Jahr in Deutschland eingeführt wurde, habe dies allerdings wenig zu tun. "Die unter 18-Jährigen machten vor 2009 nur fünf Prozent der Gesamtkundschaft aus. Und die meisten dieser Jugendlichen waren älter als 16 Jahre."

Der Rückgang der Studio-Anzahl sei vielmehr das Ergebnis einer Marktkonsolidierung. "Vor allem kleine Studios, aber auch Hotels, Saunen oder Wellnesscenter mit nur wenigen Sonnenbänken haben die Umrüstungskosten nach den Vorgaben der neuen Schutzverordnung gescheut." Altgeräte mit hoher Strahlungsstärke müssten umgerüstet oder Neugeräte angeschafft werden. Das Personal muss an einer von bundesweit drei zertifizierten Bildungsstätten geschult werden. "Das wollen Kleinbetriebe nicht investieren und schließen lieber. Andere profitieren dann von der Kundenwanderung", so der Verbandschef.

Rückgang auch bei den "Sunpoint"-Studios


Allerdings geht die "Marktkonsolidierung" auch an den großen Studioketten nicht spurlos vorbei. Auf Nachfrage bestätigte "Sunpoint"-Geschäftsführer Wolfgang Müller die Rückläufigkeit der Anzahl von "Sunpoint"-Studios in Deutschland: "Von ehemals 400 Sonnenstudios gibt es aktuell noch etwa 300." 40 Prozent davon führt die Firma in Eigenregie. Müller: "Kleinbetriebe als Franchise-Unternehmer haben kaum noch eine Chance."

Anders Krüger, Inhaber von drei "California-Sun"-Studios in Magdeburg und Schönebeck mit insgesamt 14 Mitarbeitern, sieht sein Unternehmen nicht gefährdet. Schulungen der Mitarbeiter habe es schon immer gegeben. "Und wir haben schon Jahre vor Inkrafttreten der Schutzverordnung unsere Geräte darauf angepasst", so Krüger.

Mit etwa 5000 Euro für Schulungen und 15.000 bis 25.000 Euro für die Umrüstung von Technik gibt er die Unkosten im Zusammenhang mit der neuen Schutzverordnung an. Diese trage aus seiner Sicht insgesamt eher zur Professionalisierung der Branche bei. Krüger: "Von Schließungen sind vor allem Betriebe betroffen, die schon länger nicht so gut liefen."