Nagoya | Machen wir uns nichts vor: Manche Kinder sind einfach nicht zum Einserschüler geboren. An ihnen beißen sich selbst jene Lehrer die Zähne aus, die einem die Welt verständlicher erklären als bei "Willi will\'s wissen" und der "Sendung mit der Maus" zusammen.

Ein Grundschullehrer aus Japan hat offenbar ein Herz für solche Kinder. Bei einer staatlichen Lernziel-Kontrolle fasste er den Entschluss, seine Schützlinge vor miesen Zensuren zu bewahren: Bevor er ihre Arbeiten an die Kollegin weitergab, die sie benotete, verbesserte er heimlich ein paar Fehler.

Ganz schön nett. Nur leider auch ganz schön unbeholfen. Dass die Handschrift verrät, ob im Test ein Erwachsener herumgestrichen hat, weiß doch jedes Kind. Dabei hätte der Japaner viel unauffälliger helfen können. Zum Beispiel mit dem Hüsterli-Trick: Während die Schüler über ihren Arbeiten schwitzen, geht der Lehrer herum und schaut jedem über die Schulter. Entdeckt er einen Fehler, deutet er mit dem Zeigestock auf die entsprechende Stelle und verpackt die richtige Lösung in einem kleinen Huster. Für komplexere Antworten empfiehlt sich ein ganzer Hustenanfall. Wer es noch einfacher will, der heftet hinter jedes Aufgabenblatt einen Spicker.

Schlamperei sollte man sich beim Helfen allerdings nicht erlauben. Denn das kann Rache provozieren. Der freundliche Pädagoge aus Japan hat nämlich, wie es aussieht, bei einem Schützling die Korrekturen vergessen. Das ist zumindest die einzig logische Erklärung dafür, dass ihn ausgerechnet ein Schüler verpfiffen hat.