Der Aufmarsch: Seit etwa 15 Jahren organisieren Rechtsradikale den Aufzug als "Trauermarsch" anlässlich der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945 durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Organisatoren sind sogenannte "Freie Kameradschaften". Bereits Mitte der 90er Jahre hatte eine kleinere Gruppe Neonazis damit begonnen das historische Datum der Bombardierung für sich zu vereinnahmen. Die Teilnehmer kamen anfangs im Wesentlichen aus Kameradschaften der Region.

Das änderte sich in den Jahren. Die höchste Teilnehmerzahl belief sich im Jahr 2012 auf 1200 Rechte. Neben Dresden und Bad Nenndorf hat sich Magdeburg zum Hauptaufmarschort für Neonazis aus ganz Deutschland entwickelt.

Gegendemonstrationen: Die Stadt Magdeburg wehrt sich seit Jahren gegen die Aufmärsche der Neonazis. Auch Gegendemonstrationen gab es von Anfang an, nicht nur seitens der Antifa-Szene. Kirchen, Gewerkschaften und Kommunal- und Landespolitiker riefen zu vielfältigen Protesten und Menschenketten auf. Mit der "Meile der Demokratie" stellen sich inzwischen Tausende Magdeburger seit sechs Jahren gegen den Aufmarsch.

Die Demonstrationen im vergangenen Jahr:

2600 Polizisten aus ganz Deutschland waren im Einsatz. 19 Beamte wurden verletzt. Nach inoffiziellen Berichten soll es 80 verletzte Demonstranten gegeben haben, eine Bestätigung dafür gab es nie. Die Zahl der Rechtsradikalen hat die Polizei auf 900 geschätzt. Gegendemons-tranten wurden mit einer Zahl von etwa 2000 angegeben. Auf der Meile der Demokratie waren 12000 Menschen. Es gab drei Festnahmen und 20 Gewahrsamnahmen und 281 Platzverweise wurden ausgesprochen.