Magdeburg l Für zumindest einen großen Standort des Callcenter-Betreibers Walter-Services in Magdeburg gibt es eine wirtschaftliche Zukunft. Das Callcenter in der Lübecker Straße mit knapp über 600 Mitarbeitern gehört ab jetzt zum Kern der neuen Walter-Services-Gruppe. Diese besteht aus 19 Gesellschaften im In- und Ausland.

Walter-Sprecher Cord Schellenberg bestätigte am Dienstag entsprechende Informationen dieser Zeitung. "Ja, es ist ein Weg gefunden worden. Dieser Standort gehört fest zum neuen Modell", sagte er der Volksstimme.

Die Walter-Services-Gruppe aus dem baden-württembergischen Ettlingen war im vergangenen Jahr in Schwierigkeiten geraten und hatte im Sommer Gläubigerschutz beantragt. Das zu den bundesweit größten Callcenter-Betreibern gehörende Unternehmen hatte den Schritt mit massiven Auftragsrückgängen im Kernsegment Telekommunikation begründet. Im Zuge eines sogenannten Insolvenzplans sind nunmehr neun Gesellschaften saniert worden.

In Magdeburg werden unter anderem Kunden von Telekommunikationsanbietern, Online-Providern, Kabelnetzbetreibern sowie von Energie- und Versandunternehmen telefonisch und per E-Mail betreut.

Völlige Entwarnung für die Walter-Beschäftigten in der Landeshauptstadt gibt es allerdings nicht. So wird für den Standort in der Nachtweide mit rund 680 Beschäftigten noch nach einer Lösung gesucht. Dieser gehört zu bundesweit fünf Niederlassungen, die bisher exklusiv für einen großen Telekommunikationsanbieter - nach Volksstimme-Informationen handelt es sich um die Deutsche Telekom - arbeiten. Noch geklärt werden muss, in welchem Umfang diese Standorte von der neuen Walter-Services-Gruppe übernommen oder von einem Dritten fortgeführt werden und inwieweit Personal abgebaut werden muss. Die Hängepartie betrifft auch die Walter-Niederlassung in Halle mit rund 200 Beschäftigten.

Für den Neustart hat sich Walter-Services auch an der Spitze personell verstärkt: Neuer Sprecher der Geschäftsführung ist Meinolf Brauer. Er gilt als einer der erfahrensten Service-Center-Manager in Deutschland. Der 46-Jährige war bislang im Management der Deutschen Telekom tätig.