Magdeburg l Ein 15-jähriger Magdeburger hat gemeinsam mit einem 19-Jährigen am Mittwochmittag einen Juwelier im Süden der Landeshauptstadt überfallen. Bei ihrer Flucht versteckten sich die beiden mutmaßlichen Räuber auf dem Gelände einer nahegelegenen Schule. Einer der beiden betrat dabei offenbar auch das Gebäude.

Der 15-Jährige soll dort Schüler sein. Eine brenzlige Situation hätte entstehen können. Aus Sicherheitsgründen riegelten deshalb die Lehrer die Klassenräume ab, wie die Polizei später bestätigte.

Mehr als 20 Polizisten waren zwischenzeitlich im Einsatz und sicherten das Gelände ab. Sie konnten die beiden Gesuchten schließlich stellen.

"Er hielt die Waffe in meine Richtung. Da habe ich abgebremst und mich schnell umgedreht."

28-jähriger Zeuge des Überfalls

Die Polizisten entdeckten später bei einem der beiden Räuber einen Rucksack, in dem sich eine Ski-Maske und zwei Schreckschusswaffen befanden. Beide Beschuldigte sind in Polizeigewahrsam.

Der 15-Jährige ist der Polizei kein Unbekannter. Er ist bereits mehrfach im Zusammenhang mit anderen Straftaten aufgefallen.

Die Festnahme erfolgte nur etwa eine Stunde nach dem Überfall. Der 64-jährige Ladenbesitzer hatte selbst den Raub vereitelt und die beiden in die Flucht schlagen können. Eine Mitarbeiterin sagte der Volksstimme, dass ihr Chef sie erfolgreich aus dem Laden drängen konnte. Er rief dann um Hilfe. Zwei junge Männer, ein 28-jähriger und ein 27-jähriger Magdeburger, hörten dies und nahmen die Verfolgung auf. Der ältere der beiden war mit dem Fahrrad unterwegs, sagte er später der Volksstimme. Will aber namentlich nicht genannt werden. Bei der Verfolgung blieb plötzlich einer der beiden Flüchtigen stehen und zog seine Pistole. "Er hielt die Waffe in meine Richtung. Da habe ich abgebremst und mich schnell umgedreht", erzählt der Magdeburger von den Schrecksekunden. Er rief daraufhin mit dem Handy die Polizei und nahm wenig später mit dem Fahrrad die Verfolgung wieder auf. In der Zwischenzeit trafen dann auch die Polizisten ein.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob ein Haftantrag gestellt wird. Der Ladenbesitzer blieb unverletzt, erlitt aber einen Schock. Entwendet wurde nichts.

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