Seit Jahrzehnten schrumpft die Zahl der Gläubigen und Gottesdienstbesucher in Sachsen-Anhalt. Sobald jedoch einer Kirche der Abriss droht, springen oft Menschen ein, die gar keine Christen sind. "Für viele ist die Kirche ein Teil ihrer Heimat, den sie schützen wollen", sagt Kamilla Bühring. Die (nicht gläubige) Zahnärztin aus Berlin engagiert sich für den Erhalt der Stadtkirche von Möckern. "Dort habe ich die schönsten Jahre meines Lebens verbracht." Der Verband der Kirchbauvereine Sachsen-Anhalt, dem Bühring ebenfalls vorsitzt, zählt mehr als 300 Initiativen, die Geld und Arbeitszeit in alte Kirchen stecken. In Schrenz bei Zöbrig etwa haben Enthusiasten eine völlig überwucherte Dorfkirche freigelegt und wollen nun Fördermittel für die Rettung suchen. Bühring (Telefon 030 - 8023674) bietet allen Engagierten Tipps und vermittelt Ansprechpartner. Von der Kirche als Institution fordert sie mehr Flexibilität im Umgang mit Freiwilligen: "Die müsste doch eigentlich dankbar sein für unsere Arbeit." (he)