Förderstedt l Nico Braunroth ist nicht nur Mitglied der Zentralen Landsportgemeinschaft Atzendorf (ZLG), sondern auch Vater eines der drei Kinder, die bei dem Unfall am Sonnabend verletzt worden sind. Eine Sprossenwand hatte sich aus der Verankerung gelöst und die Kinder getroffen. Nach einem Krankenhausaufenthalt sind sie jetzt wieder zuhause.

"Es ist sehr traurig, dass die Stadt auf die Eintragungen in den Hallenbüchern und E-Mails von den betroffenen Vereinen nicht reagiert".

Nach dem Vorfall ist Nico Braunroth äußerst erbost: "Ich sage \'Schönen Dank\' für die seit längerem bekannten Probleme und Unordnungen in den Sporthallen der Stadt Staßfurt, besonders der Ortsteile, die den drei betroffenen Familien nun ein unangenehmes Wochenende im Krankenhaus beschert haben." Er sagt, dass die Stadtverwaltung bereits vom schlechten Zustand in der Sporthalle wusste. Es habe Eintragungen in den Hallenbüchern und E-Mails an die Stadtverwaltung dazu gegeben. Darauf wurde nicht reagiert. Man habe versucht, "dies solange im Sande verlaufen" zu lassen, bis etwas passiert.

Oberbürgermeister René Zok sagt dazu: Es könne durchaus sein, dass Meldungen über den Zustand der Sporthalle die Stadtverwaltung erreicht haben. "Wir recherchieren gerade innerhalb der Verwaltung, welche Informationen uns dazu vorlagen", sagte er gestern gegenüber der Volksstimme. Auch die Hallenbücher werden geführt.

"Aber ob in den Hallenbüchern oder in den Meldungen des Vereins konkret von einer defekten Sprossenwand gesprochen wurde, ist bis jetzt nicht bekannt", sagt Zok. Die Ergebnisse der verwaltungsinternen Untersuchung liegen noch nicht vor. Es könnte auch sein, dass der Schriftverkehr zwischen Sportlern und Verwaltung andere Mängel in der Sporthalle betroffen habe.

Nico Braunroth wirft dem Oberbürgermeister auch vor, nach dem Vorfall Überraschung nur gespielt zu haben: "Wenn Herr Zok sich jetzt so hinstellt, dass er und sein Fachdienst für Ordnung und Sicherheit von solch einem Unfall überrascht wurden, dann ist dies an Heuchelei nicht zu übertreffen." Dazu sagt wieder René Zok: "Also, ich habe persönlich zu dem Zustand der Sprossenwand nichts gewusst". Er weist zurück, dass man so einen Unfall hätte vorhersehen können. Derzeit komme die Stadtverwaltung bei der Überprüfung der Sporthalle nicht weiter. "Die Kriminalpolizei hat die Halle immer noch gesperrt, die Ermittlungen laufen noch", so Zok.

"Wir recherchieren gerade innerhalb der Verwaltung, welche Informationen uns dazu vorlagen."

Nico Braunroth wünscht sich auch als Mitglied der ZLG, dass Turnhallen generell öfter geprüft werden. "Warum sorgt Herr Zok nicht für sichere Sportstätten? Der Fachdienst für Ordnung und Sicherheit muss regelmäßig für die Überprüfung der bestehenden Sportstätten mit ihren technischen Anlagen nachdenken." Nur so sei die Sicherheit gewährleistet und nur so könnten solche schrecklichen Vorfälle verhindert werden.

Nico Braunroth meint auch, es sei an der Zeit, "die persönlichen Befindlichkeiten endlich hinten anzustellen und im Sinne aller Bürger der gesamten Stadt Staßfurt zu arbeiten". Die Sicherheit der Kinder gehe vor. Dasselbe Problem sieht der Vater derzeit bei der sanierungsbedürftigen Tartanbahn auf dem Sportplatz in Förderstedt. Diese sollte saniert werden, die Vorlage dazu zog Oberbürgermeister René Zok im letzten Stadtrat jedoch zurück, weil sich die Stadträte weigerten, die Steuern zu erhöhen.

Die Sicherheit auf der Tartanbahn in Förderstedt könne jedoch nicht dadurch erreicht werden, dass sie gesperrt werde, sagt Nico Braunroth. Seine unorthodoxe Empfehlung an den OB: "Selbst Blaumann anziehen und mit anpacken, anstatt nur zu reden und auf Geldern herumzureiten und die Schuld beziehungsweise Ursache von einem auf den anderen verschieben!" Als Oberhaupt der Stadt Staßfurt sei Zok dafür verantwortlich, dass die Sicherheit und der ordentliche Zustand der Sportstätten gegeben sei, so der Bürger.

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