Wernigerode l 128 000 Blatt Papier verbraucht die Wernigeröder Stadtverwaltung im Monat. Übers Jahr gerechnet sind das 1,5 Millionen Bögen. "Das ist eine Menge", sagt Hauptamtschef Rüdiger Dorff. "Und das wollen wir ändern - gerade mit Blick auf die Bemühungen der Stadt um Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit."

Einsparpotenzial sieht Dorff unter anderem bei den Stadträten. Zur Vorbereitung für die Ausschuss- und Stadtratssitzungen werden den Lokalpolitikern regelmäßig unzählige Akten zugeschickt. Vorlagen, Anträge, Erläuterungen - Unmengen von Papier. "Wir testen derzeit die technischen Voraussetzungen für einen papierlosen Stadtrat", so der Amtsleiter.

Bereits seit Jahren sei das Material für die Sitzungen über das Ratsinformationssystem auf der Website der Stadt (www.wernigerode.de) abrufbar. Nicht nur die Stadträte, auch viele Wernigeröder nutzen das Angebot. "Soweit ich weiß, haben fast alle Stadtpolitiker einen Computer und Internetzugang", sagt Dorff. "Wir müssen nun sicherstellen, dass sie die Unterlagen auch während der Sitzung einsehen können." Denn es sei wenig sinnvoll, wenn das Material zuhause ausgedruckt wird. "Dann sparen wir in der Verwaltung zwar Papier, aber anderswo wird es weiter verschwendet."

Optimal wäre es, wenn jeder der Stadträte einen mobilen Computer wie zum Beispiel einen Laptop (Klapprechner) besitzen würde, den er zu den Sitzungen mitbringen könnte. Das sei aber nicht so. "Darum überlegen wir, die Kommunalpolitiker mit Tablet-PC auszurüsten." Das sei natürlich mit Kosten verbunden. Auch ein finanzieller Zuschuss zum Gerät sei denkbar. "Am wichtigsten ist es, dass die Technik anwenderfreundlich ist", sagt Rüdiger Dorff. "Das muss auf Knopfdruck funktionieren." Für ältere und weniger computerversierte Stadträte könnte ein Einführungskurs angeboten werden.

Nach einer mehrmonatigen Testphase innerhalb der Verwaltung sollen die Stadtpolitiker für das Projekt gewonnen werden. "Unser Ziel ist es, den \'papierlosen Stadtrat\' zum 1. Januar 2015 umzusetzen."

Übrigens werde auch in den Amtsstuben versucht, Papier zu sparen, informiert Rüdiger Dorff. "Hausintern kommunizieren wir hauptsächlich über E-Mail. Das ist modern und umweltfreundlich."

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