Umfrage: Schuld waren alle

Für die Mehrheit der Deutschen sind laut einer Umfrage alle beteiligten Nationen schuld am Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Nach einer kürzlich veröffentlichten repräsentativen Forsa-Befragung sehen 58 Prozent die Verantwortung bei allen gleich.

19 Prozent schreiben Deutschland die Hauptschuld zu, 9 Prozent nannten andere beteiligte Nationen. Dass Europa erneut in eine solche Katastrophe geraten könnte, befürchten nur 8 Prozent. 53 Prozent haben laut Umfrage keine Angst. Insgesamt interessierten sich 69 Prozent für das Thema. Bei den 14- bis 29-Jährigen wollten sogar 77 Prozent mehr über den von 1914 bis 1918 dauernden Ersten Weltkrieg erfahren. (dpa)

Magdeburg (os) l Das patriotisch anmutende Gruppenbild der Kameraden von der Front fand während des Ersten Weltkrieges vielfach den Weg in Briefen oder auf Ansichtskarten nach Hause. Ganze Heerscharen von Fotografen müssen damals bei den Regimentern an den Frontlinien unterwegs gewesen sein, um solche Bilder anzufertigen. Kein leichtes Unterfangen, wenn man an den Stand der Fototechnik zu dieser Zeit denkt.

Aber kein anderes Bild entsprach wohl mehr den offiziellen Wunschvorstellungen der Militärs vom tapferen deutschen Soldaten der Reichswehr. Ein Hauch von Abenteuer, Ruinen im Feindesland möglichst mit im Bild und viel Männerfreundschaft. Von Kälte, Hunger und Tod wird auf diesen Bildern nichts erzählt.

Zwei Beispiele von vielen, die den Weg von der Front ins heutige Sachsen-Anhalt nahmen, sind hier abgebildet. Im Besitz von Jürgen Tobel aus Salzwedel ist eine Aufnahme aus Russland. "Sie zeigt meinen Großvater 1916 im Kreis von Kameraden", berichtet er. Wo genau er steht, ist unbekannt. Die Soldaten haben sich einen Unterstand im Wald gebaut.

Eva Rickert aus Parchau hat noch eine Aufnahme in Familienbesitz, die ihren Vater (stehend ganz links) zeigt. "Er hat die Karte zu Weihnachten 1915 an seine Eltern geschickt", erzählt sie. Heute steht sein Name wie der von vielen anderen Soldaten dieses Krieges auf einer Gedenktafel in der Kirche von Parchau.

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