Magdeburg l Vor allem die Pendler hat es am frühen Montagmorgen auf der Autobahn 2 kalt erwischt. Auf einer Strecke von 40 Kilometern drehte sich in Fahrtrichtung Niedersachsen von Magdeburg bis Marienborn zeitweise kein Rad mehr. Der Neuschnee hatte in der Nacht auch in der Börde für eine 15Zentimeter dicke weiße Pracht gesorgt.

Auslöser des Staus war ein gegen 6 Uhr auf der mittleren Fahrspur in Höhe der Landesgrenze liegen gebliebener Sattelzug. Johannes Stoye vom Autobahnpolizeirevier Börde: "Weil der Motor ausfiel, waren auch die Bremsen blockiert."

Der Verkehr musste deshalb links und rechts langsam an dem Lkw vorbeigeleitet werden. Dadurch baute sich ein längerer Stau auf, wobei die Schneepflüge selbst darin stecken blieben. In Höhe Uhrsleben blieb dann ein weiteres Fahrzeug in der mittleren Fahrspur liegen, so dass auch dort sich der Stau weiter aufbauen konnte. "Wir haben den Winterdienst dann mit einem Polizeifahrzeug begleitet. Danach löste sich der Stau auch schnell wieder auf", erklärt Stoye. Auf der Gegenfahrbahn gab es hingegen keine Probleme.

Binnen zwei Stunden muss jeder Abschnitt geräumt sein

Christoph Krelle von der Landesbaubehörde, zuständig für den Winterdienst: "Normalerweise fahren unsere Fahrzeuge auf den drei Fahrspuren beim Schneeräumen als Staffel leicht versetzt, um die Fahrspuren nacheinander zu räumen." Doch bei Stau sei das kaum möglich. Im Regelfall gibt es die Vorgabe, dass jeder Autobahn-Abschnitt innerhalb von zwei Stunden von einem Räumfahrzeug erreicht wird.

Nach Angaben von Michael Kraska aus dem Magdeburger Innenministerium gab es bis zum Nachmittag im Land 216 Unfälle mit 14 Verletzten. Allein im Bereich der Polizeidirektion Nord krachte es 91-mal. Es gab hier sieben Verletzte.

Was Schneefälle betrifft, kann Andrea Heidenreich vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig vorerst Entwarnung geben: "Es bleibt bis zum Wochenende trocken. Ab Mittwoch ist es aber wieder durchgehend frostig."

Die Bahn meldet, dass die Strecke Leipzig-Magdeburg bei Wolfen nach dem Entgleisen eines Güterzuges weiter bis mindestens Mittwoch gesperrt bleibt. Es gibt zwischen Bitterfeld und Dessau Schienenersatzverkehr. Am Montag hat die Eisenbahnunfalluntersuchungsstelle des Bundes die Ermittlungen aufgenommen. Die Ursache sei noch unklar.

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