Magdeburg l Aufregung am Ulrichplatz 3: Dienstag gegen 11.35 Uhr haben Bewohner eines Hauses einen Einbrecher im Keller bemerkt. Nachdem sie diesen eingeschlossen und die Haustüren verschlossen hatten, konnte er sich mit einer Axt aus dem Keller befreien. Im Hausflur bedrohte er die Zeugen mit dieser ebenso wie mit einem pistolenähnlichen Gegenstand. Da diese sich davon nicht beeindrucken ließen, griff er zum Pfefferspray und setzte die Hausbewohner außer Gefecht. Im Anschluss zerschlug er mit der Axt die Scheibe der Haustür und flüchtete mit Beute. Die Polizei setzte einen Fährtenhund ein, der nach 50 Metern die Spur verlor. Es könnte also sein, dass der Täter mit einem Auto weiter flüchtete. Der Tatverdächtige wird als schlank und jugendlicher Typ beschrieben. Er ist etwa 1,70 Meter groß, trug eine dunkle Jacke und hat schwarze kurze Haare. Zeugenhinweise an die Polizei unter Telefon 0391/546 10 91.

Wie das Kriminalpräventive Programm des Bundes und der Länder informiert, fängt ein effektiver Schutz vor Einbrechern bei einfachen Verhaltensregeln an. Gekippte Fenster und Terrassentüren seien geradezu eine Einladung für Diebe, lediglich ins Schloss gezogene Türen stellen kaum ein Hindernis dar. Die Polizei rät deshalb, Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch
bei kurzer Abwesenheit stets zu verschließen und die Haustür zweifach abzuschließen. Übertragen auf Mietshäuser wie im Magdeburger Einbruchsfall: Es lohnt sich auch, darauf zu achten, dass nur Befugte ins Hausinnere gelangen und dass folglich auch die Haustür eines Mietshauses nicht offen stehen sollte.

Wirkungsvollen Schutz bietet zudem die richtige Sicherheitstechnik, denn ein Drittel aller Versuche scheitert bereits an geeignetem Einbruchschutz. Einbruchhemmende Fenster und Türen verhindern das sekundenschnelle Öffnen mit einem Schraubendreher.

Darüber hinaus zeigen die Erfahrungen der Polizei, dass auch eine aufmerksame Nachbarschaft entscheidend hilft, den ungebetenen Gästen die Tour zu vermasseln - Selbst wenn dies im vorliegenden Fall nicht zur Gänze gelungen ist.

Immerhin hatten jedenfalls Straftäter, die wegen Einbruchsdelikten zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren, in einer Befragung angegeben, dass sie das Risiko, von Zeugen gesehen zu werden, vermieden und eher Objekte gewählt hätten, bei denen sie eine eher geringe Aufmerksamkeit der Nachbarschaft vermuteten. Dies zeigt deutlich, dass neben technischen Sicherheitsvorkehrungen auch die Pflege einer guten und aktiven Nachbarschaft ein unverzichtbarer Sicherheitsfaktor für das eigene Wohnumfeld ist. Die Befragung hatten Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag des Deutschen Forums für Kriminalprävention durchgeführt.

Mehr unter http://www.polizei-beratung.de.