Magdeburg l Falschgeld-Alarm in einem Großmarkt im Süden der Stadt. Dort wollten am vergangenen Sonnabend zwei Kunden mit einem gefälschten 50- bzw. 20-Euro-Schein an der Kasse zahlen. Wie bereits berichtet, erkannte in beiden Fällen die Kassiererin die Fälschungen und rief die Polizei. Ein falscher Fünfziger wurde außerdem nachträglich noch beim Durchzählen der Tageseinnahmen gefunden.

In beiden Fällen habe sich der Tatverdacht gegen die Kunden des Großmarktes, darunter ein Kioskbetreiber, "nicht erhärtet", sagte Polizeisprecher Marc Becher am Mittwoch auf Anfrage der Volksstimme. Beide hätten glaubhaft machen können, dass sie unwissentlich die falschen Geldscheine im Portemonnaie hatten und damit an der Kasse zahlen wollten. Trotz dieser Häufung ist es für die Polizei äußerst schwierig, den "gemeinsamen Nenner" zu finden, um Geldfälschern auf die Spur zu kommen. Ermittler gehen ohnehin davon aus, dass durchreisende Kriminelle gerade einen ganzen Schwung Falschgeld in der Region in Umlauf gebracht haben. "Nach unseren Erkenntnissen gibt es in Sachsen-Anhalt keine Fälscherwerkstätten. Sachsen-Anhalt ist bisher auch kein Schwerpunkt", so Polizeisprecher Marc Becher.

44 falsche Geldscheine seien jedoch allein jetzt im Januar in Magdeburg festgestellt worden - fast ausschließlich von Sicherheitsunternehmen, die für Geschäfte und Händler die Einnahmen prüfen, sowie von Banken, teilte die Polizei mit. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren nur 13 Fälschungen "aufgeflogen". Doch das Aufkommen der "Blüten" schwanke erfahrungsgemäß stark und sei von Zufällen abhängig, so der Polizeisprecher.

Ermittler gehen von Banden aus dem Ausland aus. Im Blickpunkt stehe dabei derzeit unter anderem Italien, so Kriminalhauptmeister Mario Kahms, Falschgeldsachbearbeiter bei der Polizei in Magdeburg. Besonders auffällig ist nach seinen Angaben momentan eine Serie von falschen 20-Euro-Scheinen. Etwa 50 Kopien davon seien bereits in Magdeburg sowie in der Harzregion sichergestellt worden. "Sie tragen alle die gleiche Seriennummer (s. Anmerkung am Textende, d. Red.). Das Papier ist etwas dicker, deswegen wird es oftmals auch geknüllt, um es weicher zu machen", erklärt der Experte.

Vor Sorglosigkeit warnt Kriminalrätin Ilona Wessner von der Beratungsstelle der Polizei in Magdeburg. Wer einmal einen falschen Schein im Portemonnaie hat, könne meistens kaum zurückverfolgen, wo er ihn eigentlich erhalten habe. Deshalb rät sie, immer erst zu prüfen, bevor der Schein in die Geldbörse oder Kasse wandert. "Fühlen, sehen, kippen", lautet die Devise. "Wer einen falschen Geldschein findet, sollte ihn zur nächsten Polizeidienststelle bringen", so Wessner. Dann gebe es zwar automatisch eine Anzeige, doch wenn der Betroffene glaubhaft machen kann, dass er versehentlich in Besitz des Falschgeldes gekommen sei, müsse er, wie die beiden Kunden aus dem Magdeburger Großmarkt, keine Strafverfolgungen befürchten, so Ilona Wessner: "Der falsche Geldschein wird allerdings ersatzlos eingezogen."

Die Seriennummer auf der Reihe gefälschter 20-Euro-Scheine (Kopien), die bereits zuhauf entdeckt wurden, lautet jeweils: X11587930421.