Burg l "Bis Weihnachten konnten wir richtig ranknuffen." Nico Kolodzig aus Groß Schwarzlosen bei Tangerhütte (Kreis Stendal), der mit seinen Mannen den Rohbau hochzieht, wirkt zufrieden. Der Winter hatte bis zum Fest mitgespielt. Er hatte die Zahl seiner Leute auf der Baustelle fast verdoppelt. Von oben ist der Bau inzwischen dicht. Im unteren Bereich sind die Fenster größtenteils eingebaut. Wenn das abgeschlossen ist, kann schon in allernächster Zeit mit dem Innenausbau begonnen werden.

Das ist ganz im Interesse des Bauherren, dem Landkreis Jerichower Land. Landrat Lothar Finzelberg (parteilos) lobt beim Richtfest am Freitag den zügigen Fortgang und die hohe Qualität der Arbeiten. Auch sein Baubereichschef und Kreisvorstand Bernd Girke sieht das so.

300.000 Euro für Rettungsleitstelle

Das neue Verwaltungsgebäude am Landratsamt in Burg soll Ende August fertig sein. Hier werden etwa 60 Mitarbeiter aus dem Gebäude- und Liegenschaftsmanagement, der Rettungsleitstelle, dem Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz, der Allgemeinen Datenverarbeitung, der Poststelle und der Telefonzentrale untergebracht sein.

Der Kreis fasst für das Vorhaben ordentlich in die Kasse. Gut 3,44 Millionen Euro soll der Bau kosten. Hinzu kommen 300.000 Euro für die technische Ausstattung der Leitstelle. Ab September muss sie nach Landesvorgaben im Digitalfunkbetrieb arbeiten. Auch von dieser Ziellinie wird der Zeitdruck für die Arbeiten bestimmt. "Dieses Ziel werden wir erreichen", stellt Finzelberg klar.

Er verteidigt die Investition als angemessen. Er sagt das vor dem Hintergrund, dass das Vorhaben zunächst umstritten gewesen war. Im ersten Anlauf hatte der Kreistag das Projekt auf Eis gelegt. Es gab Zweifel an der Notwendigkeit und wegen der Kosten. Erst beim zweiten Versuch stimmte er zu. Zuvor hatte Finzelberg diverse Einzelgespräche mit einigen Kreistagsmitgliedern geführt.

Bessere Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter

Ganz wichtig für Finzelberg wie für Girke ist, dass mit dem Neubau der derzeit bestehende Nachteil der räumlichen Trennung von Leitstelle und Brand- und Katastrophenschutz aufgehoben werde. Zudem hätten Überprüfungen ergeben, dass die vom Land geforderte Umstellung auf Digitalfunk an den alten Standorten nicht umsetzbar gewesen wäre.

Der Landkreis spare Mietkosten, könne Betriebskosten senken und würde so auch die Anforderungen aus der Energiesparverordnung erfüllen, erläutert Finzelberg. Für zahlreiche Kreisbeschäftigte würden sich die Arbeitsbedingungen verbessern, etwa für die 25 Mitarbeiter in der alten Baracke gleich nebenan. Die stamme noch aus dem 1. Weltkrieg, diente damals als Lazarett. "Das sieht man ihr auch an", so Finzelberg, der sich froh zeigte, dass dieses Kapitel Ende August/Anfang September abgeschlossen sein werde. Die Baracke soll dann verschwinden. Ein Parkplatz für Mitarbeiter und Besucher wird an ihrer Stelle entstehen.

Ein wesentlicher Vorteil im Neubau ist seine Barrierefreiheit. Das sollen Fahrstühle gewährleisten. Ein großer Beratungsraum steht hier auch für die Kreistagsausschüsse zur Verfügung. Die Gremien tagten bisher im Saal Jerichow im schwerer zugänglichen Altbau.

"Einen Tag wie heute, wenn Verwaltungshandeln in Dingliches mündet wie dieser Neubau, erlebt man gern", betont Finzelberg beim Richtfest. Er kündigt weitere Investitionen über elf Millionen Euro an, für die ihn der Kreistag ermächtigt habe. Dazu gehören Straßenbau in Pöthen, Redekin, Bergzow, der Radewegebau Burg-Parchau sowie Investitionen in Schulhofsanierungen am Rolandgymnasium in Burg und in der Heicke-Schule in Gommern, energetische Sanierungen an den Gymnasien in Gommern und Genthin sowie die Brandschutzertüchtigung an der Sekundarschule in Loburg.

   

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