Magdeburg l In Sachsen-Anhalt haben sich in den zurückliegenden vier Jahren 65 Steuersünder selbst angezeigt. Die Gesamtsumme der hinterzogenen Steuern beläuft sich seit 2010 auf mehr als 5,3 Millionen Euro. Das teilte das Finanzministerium am Dienstag auf Volksstimme-Anfrage mit.

Im Einzelnen: 2010 gab es 25 Selbstanzeigen mit einer Gesamtsumme von 2,8 Millionen Euro. Ein Jahr später ging die Zahl der "Steuerbeichten" auf vier zurück (1,2 Millionen Euro), 2012 waren es nur noch drei (115.000 Euro).

Kampf gegen Steuerbetrug vorantreiben

Im vorigen Jahr stieg die Zahl der Selbstanzeigen wieder deutlich - auf insgesamt 33. Deutschlandweit verdreifachte sich die Zahl der Selbstanzeigen im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr auf 25.000.

Nach dem Bekanntwerden zweier prominenter Fälle, darunter Alice Schwarzer, will die SPD den Kampf gegen Steuerbetrug vorantreiben. Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) sieht "Handlungsbedarf". Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Thomas Oppermann, sagte: "Wir wollen die strafbefreiende Selbstanzeige überprüfen und gegebenenfalls ändern."

Wer sich selbst anzeigt, muss heute die hinterzogenen Steuern überweisen. Hinzu kommen Überziehungszinsen von 6 Prozent je Jahr.