Magdeburg l Die Hochschule Magdeburg-Stendal wird vom 1. April an von der Kommunikationswissenschaftlerin Anne Lequy geleitet. Der erweiterte Senat wählte die 42-Jährige am späten Mittwochabend zur Nachfolgerin von Rektor Andreas Geiger. Im zweiten Wahlgang setzte sie sich mit 22 zu 9 Stimmen gegen die zweite Bewerberin durch, die Medizininformatikerin Ingeborg Schramm-Wölk.

Vor der Abstimmung im Senat hatten sich beide Bewerberinnen hochschulöffentlich im Audimax vorgestellt, ein Novum an der Hochschule. Durch eine Video-Übertragung nach Stendal konnten auch Hochschulangehörige von dort Fragen stellen.

Lequy kündigte an, den Senat bei allen Entscheidungen frühzeitig einzubinden. Punkten konnte sie auch durch ihre Vertrautheit mit der Hochschule - sie lehrt dort seit 2006, seit 2010 verantwortet sie als Prorektorin den Bereich Studium und Lehre. "Sie hat aus ihrer persönlichen Erfahrung heraus gesprochen, das hat wohl den Ausschlag gegeben", urteilt Clemens Korschner, der die Findungskommission geleitet hatte.

Lequy will "unverwechselbares" Hochschulprofil

Die künftige Rektorin stammt aus Frankreich und ist Professorin für Fachkommunikation Französisch. Seit 2011 gehört sie einem Beirat an, der die Landesregierung bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen berät.

Gewählt ist Lequy für vier Jahre. Ihr Amtsantritt fällt genau in die Zeit, in der das Wissenschaftsministerium sein Konzept für eine Hochschul-strukturreform vorstellen will. Dieses soll festlegen, welche Bereiche des Hochschulsystems erhalten bleiben und welche gestrichen oder fusioniert werden. Im April will Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) seinen Plan dem Kabinett vorstellen. Lequy kündigte an, sie werde sich für ein "unverwechselbares" Profil der Hochschule einsetzen. Gegenüber der Politik will sie für langfristige wirtschaftliche Stabilität kämpfen.