Magdeburg l Bis zum Jahr 2018 will Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) die Zahl der Grundschulen deutlich senken. In zwei Stufen hebt er dafür die Mindestschülerzahlen an. Eine Volksstimme-Umfrage bei den Landkreisen und kreisfreien Städten zeigt nun, wie schwerwiegend der Umbruch ausfallen wird. Den Zahlen zufolge wird jede fünfte Grundschule die Vorgaben nicht erfüllen. Nicht betroffen sind nur Magdeburg, Dessau und das Jerichower Land.

Wie viele der 96 Standorte tatsächlich geschlossen werden, ist allerdings offen. Durch Fusionen könnte ein Teil erhalten bleiben. Die Entscheidung darüber treffen die Städte und Gemeinden. Vielerorts gibt es zudem erheblichen Widerstand gegen die neuen Vorgaben. Die Stadt Wanzleben-Börde etwa lehnt die Schließung von Schulen grundsätzlich ab. Die Kreistage von Anhalt-Bitterfeld und Mansfeld-Südharz haben bislang keine Schulentwicklungsplanung beschlossen, obwohl die reguläre Abgabefrist bereits abgelaufen ist. Im Burgenlandkreis, wo elf Schulen auf der Kippe stehen, haben die Politiker den Plan abgelehnt, der Landrat will dagegen Widerspruch einlegen.

Das Landesschulamt kann einzelne Schulen per Ausnahmegenehmigung erhalten - oder es zwingt die Kommunen, die Schulen zu schließen. Das Kultusministerium will sich allerdings nicht festlegen, bis wann das passiert. Angestrebt sei eine "möglichst zeitnahe Bescheidung", sagte eine Ministeriumssprecherin.

Minister Dorgerloh will an seinem Kurs keine Abstriche vornehmen. Sachsen-Anhalt habe die meisten kleinen Grundschulen und müsse auf schrumpfende Schülerzahlen reagieren, betont er. Die Initiative "Grundschulen vor Ort" will für den Erhalt kleiner Schulen vom Sonntag an bunte Bänder im Straßenbild verteilen.