Cochstedt l Beinahe hätte die Welt auf ihn verzichten müssen: den Anblick von Dschungelkönigin Melanie, wie sie sich barbusig den Hang hinunterstürzt. Denn für das Nacktrodeln am nächsten Sonnabend musste Braunlage kurzfristig als Veranstaltungsort gestrichen werden. Dafür verantwortlich ist nicht etwa das Olympische Komitee, das eingreift, weil die Nackedei-Rutscherei den Winterspielen die Schau stiehlt. Nein, der Schuldige heißt Petrus. Die frühlingshaften Temperaturen und akuter Schneemangel machen es für den Radiosender 89.0 unmöglich, alle Behördenvorgaben in Braunlage einzuhalten.

Doch kurz vor knapp hat er jetzt einen Ersatzort gefunden: den Flughafen Magdeburg-Cochstedt. Falls Sie gerade überlegen, wo genau sich dort ein Berg befindet: Nirgends. Aber was nicht passt, wird passend gemacht. Der Veranstalter karrt mal eben 89 Tonnen Kunstschnee an, schüttet ihn auf eine sieben Meter hohe Rampe - und schon fühlt man sich wie im Harz. Der Unterschied würde sicher nicht einmal Brocken-Benno auffallen.

Welch kreative Umnutzung. Wenn in Cochstedt im Winter schon kein Passagierflieger nach Malle startet, können dort jetzt wenigstens ein paar Rodler auf dem Popo landen. So beschert uns der Veranstalter auch ein Argument mehr, warum die Millionen Fördergelder, die einst in den Flughafen flossen, keine Verschwendung waren. Denn als Ausweichort für Melanies Rutschpartie tut er ja quasi der Allgemeinheit etwas Gutes - zumindest dem männlichen Teil.