Magdeburg l Die Stadt Magdeburg hat bei der Einführung des sogenannten Handyparkens einen "mustergültigen Start" hingelegt. Das sagte Christoph Schwarzmichel, Geschäftsführer des Erlanger Unternehmens Sunhill Technologies gestern der Volksstimme. Die technische Einführung der neuen Bezahlvariante für Parktickets via Handy habe reibungslos funktioniert, meinte er. Vor allem aber hätten die Elbestädter erstaunlich gut mitgemacht. "Magdeburg gehört zu den Spitzenreitern", was die schnelle Akzeptanz vom SMS-Parken betreffe, so Schwarzmichel, dessen Firma das Handyparken bereits an 100 Standorten in Deutschland anbietet und mit der Stadt Magdeburg ebenfalls einen Vertrag über die Abwicklung des neuen Bezahlservices abgeschlossen hat.

Nach dessen Einführung im September 2013 haben die Elbestädter im ersten Monat schon 8000 Tickets per SMS bezahlt. Bis Ende Dezember 2013 kletterte die Zahl auf bereits 14.000 "SMS-Tickets". Seither pegelte sie sich auf einen guten fünfstelligen Wert ein. Tendenz weiter steigend, sagt Schwarzmichel mit Blick auf andere Städte, die wie Berlin schon länger dabei sind und wo teils schon um die 20 Prozent der Tickets mit dem Handy bzw. Smartphone bezahlt würden.

Für die Nutzer hat die Sache einige Vorteile. Erstens: Wer keine Münzen dabei hat - kein Problem. Die Abbuchung der Parkgebühr erfolgt beim Handyparken über die Telefonrechnung. Darüber hinaus wird lediglich die SMS-Gebühr fällig (siehe Infokasten). Zweitens: Die Nutzung ist auch spontan möglich, ohne vorherige Registrierung. Außerdem gibt es - noch einfacher in der Handhabung - eine kostenlose Smartphone-App (sms park 2.0). Drittens: Vor Ablauf der Parkzeit erhält man eine Erinnerungs-SMS und kann z. B. vom Wartezimmer beim Arzt aus bequem per Handy nachbuchen.

Auch die Stadt Magdeburg profitiert laut Schwarzmichel. Während Anschaffung und Unterhaltung der Parkautomaten die Einnahmen spürbar schmälern, zahle die Kommune für den Handydienst eine Gebühr an den Anbieter, die unterm Strich günstiger sei als der Betrieb der Automaten. So bleibt mehr hängen, behauptet Firmenchef Schwarzmichel. Er sieht daher auf längere Sicht die Zahl der Parkautomaten schrumpfen. Zumal parallel der Service am Handy ausgebaut werden soll. Noch in diesem Jahr sollen ÖPNV-Auskünfte oder ein Taxiruf dazu- kommen. Später sogar die Möglichkeit, ein Ticket für Bus oder Straßenbahn mit dem Handy zu ziehen. "Sie kommen aus dem Haus und Ihr Handy zeigt Ihnen, wann und wohin Sie mit der nächsten Bahn fahren können. Ihr Ticket buchen Sie gleich mit", blickt Christoph Schwarzmichel voraus. Wann das in Magdeburg konkret so weit sein wird, konnte er gestern aber noch nicht sagen.