Magdeburg l Magdeburgs buntestes Haus soll wieder positive Schlagzeilen machen. Das wünschen sich die Neu-Eigentümer des rosarot gepinselten Baus am Breiten Weg. Die Schweizer Finanzgesellschaft Actieninvest AG hatte die Grüne Zitadelle im Dezember 2013 der Tochtergesellschaft Centum Aqua Immobilien GmbH des Bistums Magdeburg abgekauft, um das Haus langfristig zu entwickeln und in die Renditezone zu führen. Das Bistum wiederum hatte das Haus veräußert, weil es nicht zur Kernaufgabe gehöre, Immobilien zu bauen, zu verwalten und zu entwickeln, hieß es damals aus dem Umkreis des Bischofs.

Doch kaum war der Verkauf öffentlich geworden, gerieten Haus und Verkauf in die Schusslinie. Eine Berliner Immobilienfirma hatte ebenfalls Interesse an dem Haus bekundet, war aber im Verkaufsverfahren nicht zum Zuge gekommen. Das brachte der Centum-Aqua-Gesellschaft kurze Zeit später eine Klage ein. Der unterlegene Bieter sah den Verdacht der Untreue erfüllt. Weil er als Interessent vor dem Verkauf nicht zur Abgabe eines weiteren Gebots aufgefordert wurde, sei dem Bistum ein Schaden entstanden.

Spekulationen um Verkauf



"Möglicherweise hätten wir im Dezember noch einmal was draufgelegt", sagte gestern Jan Litwinschuh, Geschäftsführer der Berliner Immobilienfirma ImmoMa, der Volksstimme. Eine höhere Einnahme und damit ein geringerer Verlust für das Bistum wäre wohl die Folge gewesen. Zurück bleibt nun die Spekulation. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg sieht keine strafbare Handlung. "Das Verfahren ist eingestellt", bestätigte Staatsanwalt Frank Baumgarten.

"Wir haben uns mit den Tatsachen abgefunden, ein Makel aber bleibt", wertete der Investorensprecher weiter und spielt damit auf den Kaufpreis für die Schweizer Neu-Eigentümer an. Über die Höhe wird bis heute offiziell Stillschweigen gewahrt.

Dennoch kursiert die Summe von 17,8 Millionen Euro für das Hundertwasserhaus, die von niemandem bestätigt, aber auch nicht dementiert wird. Interessant dabei: Die Grüne Zitadelle nach den Plänen des Architekten Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) hatte einst 27 Millionen Euro gekostet, als sie 2005 eröffnet worden war.

Immobilie gilt als entwicklungsfähig



Dass sich trotz der schwierigen Vermarktung des Hauses nun gleich zwei Investoren um das Haus streiten, verwundert nur auf den ersten Blick. In der Immobilienbranche gilt das Haus mittlerweile als entwicklungsfähig in der Innenstadtlage einer aufstrebenden Landeshauptstadt mit Aussicht auf Rendite: Die 55 Wohnungen sind nahezu alle vermietet. Das Hotel hat ebenfalls wieder einen Betreiber.

Und so ist es wohl die Folge, dass auch der letzte Versuch der Berliner Investoren scheiterte, das Hundertwasserhaus in ihr Portfolio zu bekommen. Ein Kaufangebot über 18 Millionen Euro an die Neu-Eigentümer aus der Schweiz lehnten die Eidgenossen ab.