Magdeburg l Unter der Prämisse "Qualität und Vielfalt" stellen 240 Handwerksbetriebe ab kommendem Sonnabend ihre Produkte auf der mitteldeutschen Handwerksmesse in Leipzig vor. Die rund zwei Dutzend Aussteller aus Sachsen-Anhalt erhoffen sich vor allem, neue Kundenkontakte zu knüpfen. Rund 175000 Besucher erwartet die einwöchige Schau, sie ist die bundesweit Drittgrößte der Branche.

Rosemarie Lehmann, Geschäftsführerin der Salzwedeler Baumkuchen GmbH, organisiert schon zum dritten Mal einen Stand für ihre Firma. "Wir haben in den vergangenen Jahren etwa 20000 Kunden gewinnen können, denen wir unseren Baumkuchen zuschicken", erzählt Lehmann. "Wir wollen nun wieder auf die Qualität des Bäckerhandwerks und auf die Altmark als Region aufmerksam machen."

Neu auf der Messe vertreten sein wird Knut Röhrich. Er flechtet Einkaufs-Körbe und stellt Bürsten und Besen in seinem Betrieb in Wanzleben her. "Ich hoffe auf neue Kundenkontakte", sagt Röhrich. Um sie anzulocken, will er an seinem Stand seine Fertigungskunst gleich präsentieren. "An einem Tag werde ich Körbe flechten, am Folgetag Bürsten herstellen." Röhrich präsentiert mit seinem Betrieb ein selten gewordenes Gewerk auf der Messe, nur noch drei Korbflechter gibt es in Sachsen-Anhalt.

"Die Messe ist die wichtigste Präsentationsplattform des mitteldeutschen Handwerks für die Endverbraucher", betont Projektdirektorin Bettina Kaiser von der Leipziger Messe. Im vergangenen Jahr hätten die ausstellenden Betriebe 11,3 Millionen Euro zusätzlich zu ihrem Alltagsgeschäft dort erwirtschaften können.

Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, ist sich sicher, dass die Messe für Betriebe weiterhin attraktiv bleibt, auch wenn die Handwerksfirmen ihre Produkte und Dienstleistungen zunehmend im Internet präsentieren. "Das Internet bietet zwar viele neue Marketing-Möglichkeiten, aber auf Messen können die Firmen den direkten Kontakt zu ihren Kunden suchen." Grupe will dafür werben, dass sich in den kommenden Jahren noch mehr Firmen aus dem Norden Sachsen-Anhalts an der Messe beteiligen, bislang sind es nur vier. "Manchen Betrieben liegt Leipzig offenbar zu weit weg, aber auch dort können sie auf neugierige Besucher aus Sachsen-Anhalt treffen und sich ein Bild davon machen, was ihre Mitbewerber zu bieten haben." Ferner könnten die Betriebe die Messe auch nutzen, um nach qualifiziertem Nachwuchs Ausschau zu halten. Denn unter den Besuchern seien oft auch viele neugierige Berufsschüler vertreten.

Die Messe ist vom 15. bis 23. Februar täglich von 9.30 Uhr bis 18 Uhr für Besucher geöffnet, der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigte Karten 7,50 Euro.

 

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