Ferchland l Aribert Meißner aus Ferchland bei Genthin ist sauer. Er zeigt ein totgebissenes Huhn inmitten ausgerissener Federn - ein Rassehuhn, "Silberfarbene Italiener". Für ihn besteht kein Zweifel daran: Das war wieder ein Hund!

Passiert ist es am vergangenen Donnerstag gegen 14.30 Uhr, und es sei schon das dritte Huhn in diesem Jahr, ärgert er sich. Jedes Jahr verliere er auf diese Weise einige Hühner, und meist seien es die Rassehühner, die zwischen 50 und hundert Euro wert seien, und nicht die "normalen" Legehühner, die der Züchter auch noch hält.

Aribert Meißner, Mitglied im Ferchländer Kleintierzuchtverein, wohnt auf der "Insel" hinterm Elbdeich, unweit der L 54 Richtung Klietznick. Eine Insel ist sein Zuhause freilich nur bei starkem Hochwasser wie im vergangenen Juni. Das höhergelegene Wohngrundstück inmitten von Bäumen und Sträuchern ist jetzt umgeben von Wiesen, und direkt daneben führt von der Straße her ein Weg Richtung Elbe vorbei. Es ist ein "wilder" Weg, in keiner Karte vermerkt, betont Meißner, aber er werde sowohl von Fahrzeugen als auch von Spaziergängern viel genutzt. "Dagegen habe ich auch gar nichts", betont der Ferchländer. Inzwischen sei er aber trotzdem schon fast soweit, den Weg dicht zu machen. Denn ein Streifen Wiese gehört ihm auch, deshalb hätte er das Recht dazu.

Was ihn so verärgert, sei, dass Leute mit ihren Hunden hier dicht an seinem Wohngrundstück vorbei gehen, ohne die Tiere anzuleinen. Die gackernde Hühnerschar nur ein kleines Stück neben dem Weg lässt aber in nahezu jedem Hund den Jagdtrieb durchkommen. "Der Hund kann gar nichts dafür, aber der Halter muss das wissen, dass er das Tier hier an die Leine nehmen muss", stellt Aribert Meißner klar. "Noch schlimmer ist, dass die Hundebesitzer sich davonstehlen und nicht mal den Mut haben herzukommen und zu sagen: Es ist passiert - wie können wir den Schaden begleichen?"

Einmal im vorigen Jahr habe er einen Hund "auf frischer Tat" ertappt, und der Besitzer, dem er hinterhergelaufen ist, habe trotzdem behauptet: "Mein Hund tut so etwas nicht!" Die Federn an der Hundeschnauze haben etwas anderes ausgesagt. Der Schaden - es waren in diesem Fall sogar drei Hühner auf einmal - wurde dann über die Versicherung geregelt.

Vergangenen Donnerstag ist es direkt neben der hinteren Tür zum Hof passiert. Er lasse die Hühner gewöhnlich eine Weile raus, wenn er von der Arbeit kommt, erklärt der Züchter. Sie entfernen sich nie weit vom Zaun, picken unter den Sträuchern und kommen von allein wieder zurück, das sei ganz normal für ein Hühnervolk.

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