Magdeburg l Die Masche ist fast immer gleich. So wie vor einigen Tagen im Süden Magdeburgs: Ein Mann zapfte dort an einer Tankstelle für 20 Euro Benzin und warf einen zusammengerollten Geldschein auf den Tresen. Noch bevor die Verkäuferin die Banknote anschauen konnte, war der Mann schon weg. Der Zwanziger entpuppte sich als professionell verbesserte Farbkopie. Zurzeit sind die Seriennummern X11587930421 und S19065030524 dabei vermehrt aufgetaucht.

Mario Kahms, Falschgeldermittler bei der Magdeburger Polizei, kennt den Trick: "Das Papier der Kopien ist meist etwas dicker als das der Originalnoten. Deshalb wird es oft auch zusammengeknüllt. Dadurch wirkt es weicher und lenkt von der Fälschung ab."

Am häufigsten wurden 2013 in Sachsen-Anhalt 50-Euro-Falschnoten mit einem Anteil von etwa 39 Prozent von der Polizei sichergestellt, so das Landeskriminalamt (LKA). Es folgten 20- und 100-Euro-Scheine. Aktuell ist, wie bereits 2012, der Anteil der 20-Euro-Falschnoten wieder auf dem Vormarsch. Neben Magdeburg sind sie laut LKA "im und um den Salzlandkreis verstärkt festzustellen".

Weitergabe von Falschgeld ist verboten

"Fühlen, sehen, kippen bei jedem Schein", rät deshalb Kriminalrätin Ilona Wessner von der Polizeidirektion Nord. Druckbild, Hologramme, Wasserzeichen, Glanzstreifen und Sicherheitsfaden sind wichtige Merkmale der echten Geldscheine. Diese können oft nur schwer imitiert werden.

Wer einmal eine "Blüte" in der Kasse oder im Portemonnaie hat, bleibt auf dem Schaden sitzen, denn die Weitergabe ist verboten. "Jeder, der Falschgeld in Verkehr bringt, macht sich strafbar", so Wessner. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug oder empfindliche Geldstrafen.

LKA-Sprecher Andreas von Koß rät: "Bei Falschgeldverdacht verpacken Sie den Schein in einen Briefumschlag, um ihn vor unnötigem Berühren zu schützen. Merken Sie sich wichtige Informationen wie das Aussehen der Person oder Autokennzeichen."

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