Blankenburg l Giftalarm in Blankenburg. Zwei Anwohner hatten am Mittwoch kurz vor 13 Uhr in einem Garagenkomplex des Wohngebiets Regenstein einen Mann bewusstlos neben seinem Auto gefunden. Wie Uwe Becker als Sprecher des Polizeireviers Harz in Halberstadt sagte, alarmierten die Rentner sofort den Rettungsdienst. Ein Notarzt versuchte vergeblich, den Mann zu reanimieren. Der 72-Jährige starb nur Minuten später.

Während des Einsatzes nahmen die Retter einen stechenden Geruch wahr und verständigten die Feuerwehr. Die rückte mit 23 Kameraden und neun Fahrzeugen an. Darunter befand sich auch der ABC-Trupp der Halberstädter Berufsfeuerwehr. Außerdem waren laut Becker 16 Polizeibeamte und ein Chemiker vom Kreis-Umweltamt vor Ort. Die angrenzenden Garagen wurden durchsucht. Dabei klagten ein Polizist (50) und ein Feuerwehrmann (31) über Beschwerden. Sie wurden am Mittwoch in die Kliniken Quedlinburg beziehungsweise Wernigerode zur Beobachtung eingeliefert. Heute sollen sie entlassen werden. Weitere 30 Einsatzkräfte ließen sich vorsorglich medizinisch untersuchen. Bis zum Abend blieb die Ursache für den Gestank unklar.

Die Suche wurde am Donnerstagmorgen mit 22 Brandschützern fortgesetzt. "Wir haben getan, was wir konnten", resümierte zum Einsatzende am Mittag Werner Greif. Der Chef der Freiwilligen Feuerwehr Blankenburg: "Wir haben aber nichts gefunden. Das ist das Problem."

Das Amtsgericht Halberstadt hat am Donnerstag einem Antrag der Staatsanwaltschaft Magdeburg auf Obduktion der Leiche stattgegeben. Sie soll heute erfolgen. Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck betonte allerdings, aus strafrechtlicher Sicht spreche nichts für ein Tötungsdelikt. Die Polizei war bereits nach ersten Ermittlungen von einem Selbstmord des Mannes ausgegangen.