Magdeburg l An zahlreichen Stellen der Stadt hat die Polizei am Freitag Fahndungsplakate aufgehängt. Nachdem bereits eine Reihe von Hinweisen eingegangen ist, wird damit die Suche nach einem Mann, der mit einem Fahrradschloss einen Beamten schwer verletzt hat, intensiviert.

Friedhelm Harter und Jörg Kramper zeigen Polizei-Präsenz: als Kontaktbeamte im Stadtzentrum sind sie gestern in der Altstadt unterwegs. Geduldig beantworten sie Fragen von Bürgern, kommen mit den Geschäftsleuten am Breiten Weg ins Gespräch. Mit dabei haben sie heute - anders als sonst - einen Stapel mit Plakaten im Format DIN-A3. Friedhelm Harter sagt: "Die Kollegen von der Kriminalpolizei verstärken ihre Ermittlungen zum 9. Februar." Verärgerung und Fassungslosigkeit schwingt in seinen Worten mit, wenn er von dem Übergriff vor zwei Wochen berichtet.

Rückblick: Am Sonntag, 9. Februar, hatten zwei Polizisten gegen 19 Uhr in der Nähe des Hasselbachplatzes versucht, einen Radfahrer zu kontrollieren. Dieser schlug einem der Beamten sofort ins Gesicht und flüchtete zunächst. Nach einer kurzen Verfolgung hatten die Polizisten ihn eingeholt - und daraufhin hat der Täter einem der beiden mit dem Fahrradschloss aufs Bein eingeprügelt und dabei zwei Knochen durchtrennt. Der schwer verletzte Beamte musste sofort im Krankenhaus behandelt werden.

Das Polizeirevier Magdeburg hat eine fünfköpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet, die inzwischen einer Vielzahl von Hinweisen nachgeht. Der Präsident der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, Andreas Schomaker, hat - um diese Arbeit zu intensivieren - jetzt für Hinweise, die zur Feststellung des Tatverdächtigen führen, eine Belohnung über 2000 Euro ausgelobt.

Die Kontaktbeamten arbeiten derweil eine Liste von Einrichtungen ab, in denen sie die Fahndungsplakate anbringen möchten. Geduldig erläutern sie, worum es ihnen geht. Doch viele Geschäftsleute sind auch ohne lange Erklärung sofort bereit mitzuhelfen - ihnen ist das Engagement der Polizei in der Stadt wichtig. Andere müssen nur noch einmal bei der Geschäftsführung nachfragen, wo sie die Plakate anbringen können.

Jörg Kramper erinnert sich zwischendurch an die ersten Tage nach dem Bericht in der Volksstimme: "Viele Menschen haben uns direkt angesprochen. Sie alle waren entsetzt über die Brutalität gegenüber unserem Kollegen und haben uns die Daumen gedrückt, dass wir den Täter fassen werden." Wie sich nun also zeigt: Die Polizei ist nach wie vor dran an dem Thema.