Magdeburg l Die durch Sachsen-Anhalt führenden Autobahnen sind ein gefährliches Pflaster. Dort krachte es im Jahr 2013 ganz genau 4531 Mal - im Jahr zuvor hatte die Polizei noch 4206 Unfälle registriert. Das entspricht einem Zuwachs von 7,7 Prozent. Bei den Autobahn-Unfällen starben im vorigen Jahr 23 Menschen (2012: 19). Die Zahl der Schwerverletzten verharrte mit 225 (2012: 228) auf hohem Niveau.

Stark befahren sind im Land vor allem die A2, die A9 und die A14. Hinzu kommen weniger belastete Verbindungen wie die A38 und die A143.

Alarmierend: Immer mehr "Brummis" sind in schlimme Unfälle auf den Autobahnen verwickelt. So waren 2011 exakt 1679 Laster an Kollisionen beteiligt. Ein Jahr später waren es bereits 1764. 2013 stieg die Zahl weiter - auf 1914. Allein in diesem Zeitraum ist das ein Anstieg um 14 Prozent.

Hauptursache der Unfälle auf Autobahnen sind ein zu geringer Sicherheitsabstand, zu hohe Geschwindigkeit und technische Mängel.

Besorgniserregend auch: Von 26303 kontrollierten Lkw wurden 16601 beanstandet (63 Prozent). In 2199 Fällen mussten die Fahrer sogar eine Zwangspause einlegen.

Beanstandet wurden neben nicht eingehaltenen Lenk- und Ruhezeiten zum Beispiel abgefahrene Reifen oder Überladungen. In Polizeikreisen ist von "rollenden Bomben" auf den Fernstraßen die Rede.

Vorige Woche war bekanntgeworden, dass Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen beim Bund auf einen achtspurigen Ausbau der A2 dringen. Beide Länder erwarten einen Verkehrszuwachs - gerade auch von Lastwagen - auf dieser wichtigen Ost-West-Achse. Innenminister Stahlknecht regte an, dass ein A-2-Ausbau auch für Sachsen-Anhalt "tiefer durchdacht" wird. Das Landes-Verkehrsministerium lehnt solche Überlegungen ab. Die Experten dort wollen sich stattdessen auf die Nordverlängerung der A 14 und einen sechsspurigen Ausbau dieser Autobahn von Magdeburg bis Schönebeck konzentrieren.

Insgesamt verunglückten auf Sachsen-Anhalts Straßen im vorigen Jahr 10295 Menschen - das waren 176 weniger als im Jahr zuvor. Bei den Unfällen kamen 139 Menschen ums Leben (2012: 140). Zum Vergleich: Bundesweit starben 3340 Menschen bei Verkehrsunfällen - 260 oder 7,2 Prozent weniger als 2012.

Hauptunfallursache ist laut Statistik das "Wenden/Rückwärtsfahren", vor allem auf Parkplätzen. Es folgen "Wildunfälle" und "zu geringer Abstand". Schwere Unfälle sind vor allem auf zu hohe Geschwindigkeit, Vorfahrtsverletzungen und Alkohol zurückzuführen.