Magdeburg l Dreiste Telefonbetrüger schlagen immer häufiger auch in Sachsen-Anhalt zu, warnt das Landeskriminalamt (LKA). Allein in den ersten Wochen dieses Jahres gab es mehr als 20 Strafanzeigen, fast so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. Die meisten Fälle wurden im mittleren und nördlichen Sachsen-Anhalt festgestellt. Das Bundeskriminalamt geht sogar von rund 300.000 Fällen im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren aus. Der Schaden soll sich auf mehr als 48 Millionen Euro belaufen.

Lockmittel sind lukrative Geld- oder Sachgewinne

Die Betrüger gehen am Telefon äußerst facettenreich vor, haben aber eines gemeinsam: Es werden hohe Gewinne als Geld- oder Sachpreise versprochen. Für die Auszahlung verlangen die seriös wirkenden Betrüger Gebühren, Steuern oder andere Kosten als Vorleistung. Haben sich die Opfer auf das Geschäft eingelassen, sollen sie bis zu einigen tausend Euro überweisen. Die Ganoven geben sich später auch noch als Polizisten oder Staatsanwälte aus und verlangen weiteres Geld, weil man sich mit der Zahlung strafbar gemacht hätte.

Die Täter agieren über Call-Center in der Türkei und geben sich überwiegend als Rechtsanwälte oder Notare mit Sitz in Deutschland aus. Dabei wird die Identität oft verschleiert. Obwohl die Täter aus dem Ausland anrufen, erscheint eine deutsche Vorwahl auf dem Telefondisplay. Was man tun sollte, um nicht darauf reinzufallen.