Berlin l In früheren Zeiten erforderte das Auftanken eines Personenwagens für den routinierten Kraftfahrer nur geringe Konzentration. Der Dieselfahrer fuhr an eine klar gekennzeichnete Zapfsäule (immer die schmutzigste), warf den Hahn in den Tank, ließ einlaufen bis 30 Mark, warf das Geld auf dem Tisch, grüßte und brauste davon. Minutensache. Das war einmal.

Heute ist schon Aufmerksamkeit gefordert, um die richtige Zapfsäule zu finden. Einmal nicht aufgepasst, und schon blubbert teurer Sprit mit seltsamen Namen ein. Im "Servicecenter" folgt dann ein Beratungsgespräch, das mehr Konzentration erfordert als die Anlagenberatung bei der örtlichen Sparkasse. "Willkommen bei...", flötet es dem Kunden entgegen, der sich irritiert fragt, ob er ein Zimmer bestellt hat. "Ich will doch nur zahlen!"

Nur zahlen geht aber nicht. "ADAC-Mitglied?" - "Ja." - "Rabatt oder Punkte?" - "Rabatt." - "Haben Sie eine Kundenkarte?" - "Nein." "Wollen Sie eine?" - "Nein." - "Möchten Sie an der Aktion `100 Liter Tanken und eine DVD bekommen` teilnehmen?" "Nein." - "Die neue Aktion für den Weltfrieden: Zehn Kaffee und Sie bekommen eine von George Clooney bemalte Tasse." - "Nein. Nein. Nein."

Viele Entscheidungen sind zu treffen. Im Hintergrund ungeduldige Menschen, die auf ihr Verkaufsgespräch warten. Und wer kann denn immer nur "nein" sagen? "Noch einen Kaffee, mit Donut, heute im Angebot?" "Ja, einen kleinen bitte." Zwei Zentiliter kosten soviel wie zwei Liter Sprit, aber man will ja nicht unfreundlich sein. Das Gespräch ist beendet. Erleichtertes Aufseufzen der Wartenden.