Der entthronte Weltmeister Robert Stieglitz sieht sich nach der 1:2-Punktniederlage gegen Arthur Abraham um den Sieg betrogen. Der Magdeburger, der das Duell in der ausverkauften Getec-Arena bis zum Schluss offengehalten hatte, darf sich zumindest mit der größten Börse seiner Karriere trösten.

Magdeburg l Das geteilte Urteil der Punktrichter (115:110, 114:111, 112:113) in der Nacht zum Sonntag sorgte für großen Unmut bei den Magdeburgern. SES-Promoter Ulf Steinforth sprach hinterher von einem "Fehlurteil", Trainer Dirk Dzemski von einer "Schande für den Boxsport". Auch der entthronte Weltmeister, der in der Schlussrunde nach einem Aufwärtshaken angezählt werden musste, fühlte sich nach seiner Zwölf-Runden-Attacke um den verdienten Lohn gebracht: "In meinen Augen ist das Betrug. Ich habe höchstens vier Runden abgegeben."

Der neue Champion sah das ein wenig anders. "Vielleicht war Robert der aktivere Boxer, aber meine harten Treffer waren entscheidend. Das war wirklich eine Schlacht. Jeder hat alles gegeben, mehr geht nicht", so Abraham.

Beide Boxer hatten sich zuvor bereits zweimal gegenübergestanden. Im ersten Vergleich im August 2012 hatte Abraham nach Punkten gewonnen. Im zweiten Duell setzte sich Stieglitz im März vergangenen Jahres durch technischen K.o. in der vierten Runde durch.

Box-Unternehmer Steinforth hatte den dritten Kampf um die WM-Krone der WBO unbedingt zum "Heimspiel" für seinen Boxer machen wollen - koste es, was es wolle. Mit dem finanzkräftigen "Haussender" Sat.1 im Rücken hatte er bei der Versteigerung 2,3 Millionen Euro auf den Tisch gelegt und bekam den Zuschlag.

Für die Protagonisten zahlt sich der bislang teuerste deutsche Boxkampf der Geschichte in jedem Fall aus. Während Abraham als Pflichtherausforderer rund 600 00 Euro einstreicht, kann sich Stieglitz mit der größten Börse seiner Karriere trösten. Nach Volksstimme-Informationen ist sie mit 1,35 Millionen Euro "erstmals siebenstellig".

Leisten will sich der 32-jährige Magdeburger davon einen ganz besonderen Luxus: "Ich liebäugele mit einem Ford Mustang, Baujahr 66." Seiten 3, 15