Brasilianer in Sachsen-Anhalt
Die Besucherzahlen aus dem Ausland sind im Vergleich zu 2012 leicht gestiegen. Bis August 2013 lockte Sachsen-Anhalt 159707 ausländische Besucher an - im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 156501.
Hoch im Kurs steht das Land bei Niederländern. 2013 wurden 80051 Übernachtungen registriert. An zweiter Stelle rangieren die Polen (53006 Übernachtungen). Dabei muss berücksichtigt werden, dass schätzungsweise die Hälfte der Übernachtungen auf Menschen entfällt, die zur Arbeit und nicht für den Urlaub nach Sachsen-Anhalt gekommen sind.
Bei den Übernachtungen folgen Dänen (39912), Österreicher (29569), Schweizer (25736) und US-Amerikaner (24149). Aber auch Australier (2569), Brasilianer (1205) oder Südafrikaner (661) nächtigten schon in Sachsen-Anhalt.

Magdeburg l Die Übernachtungszahlen in Sachsen-Anhalt sind 2013 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Das kalte Frühjahr und vor allem die Flutkatastrophe im Juni verhagelten die Bilanz. Für die nächsten Jahre peilt Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) große Ziele an.

Im zurückliegenden Jahr wurden im Land 7,13 Millionen Übernachtungen registriert - 2012 waren es 7,35 Millionen gewesen. Das ist ein Rückgang von drei Prozent. Das nasskalte Frühjahr schlug negativ zu Buche. Auch deshalb, weil viele touristische Angebote des Landes auf Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren ausgelegt sind.

Vor allem aber das Hochwasser im Juni verschreckte viele Touristen. "Die Macht der Flutbilder hat selbst im Harz zu Stornierungen geführt", sagte Möllring am Dienstag in Magdeburg. Den größten Rückgang bei den Ankunftszahlen musste die Altmark hinnehmen. Vergleichsweise gut sah es in der Weinregion an Saale und Unstrut aus.

Allerdings: Unterm Strich ging es anderen Bundesländern kaum besser als Sachsen-Anhalt. Bis auf das Saarland und Schleswig-Holstein hatten im vorigen Jahr alle Flächenländer mit stagnierenden Wachstumszahlen zu kämpfen.

Übernachtungszahl soll auf 8 Millionen steigen

Möllring hat das "schwierige Jahr" inzwischen abgehakt. Er blickt nach vorn - und peilt ehrgeizige Ziele an. Der CDU-Mann zeigt sich zuversichtlich, dass die Übernachtungszahlen schon im laufenden Jahr den bisherigen Rekordwert von 2012 übertreffen. Bis zum Jahr 2020 soll die Übernachtungszahl sogar auf acht Millionen steigen. "Dafür brauchen wir jedes Jahr ein Rekordjahr", stellte der Minister fest.

Man habe die Weichen auf Wachstum gestellt, sagte der Chef des Statistischen Landesamtes, Manfred Scherschinsky: "Das Tourismuskonzept hat gefruchtet." In den Vorjahren ist die Übernachtungszahl kontinuierlich um jeweils rund drei Prozent im Jahr gestiegen. Laut Ministerium liegt Sachsen-Anhalt bei der Entwicklung der Übernachtungszahlen (2003 bis 2013) im Vergleich der Flächenländer mit einem Plus von 32 Prozent auf Platz zwei. Besser steht nur Brandenburg da.

Probleme hat Sachsen-Anhalt nach den Worten von Möllring noch mit einem ausreichenden Angebot an 5-Sterne-Hotels, etwa in der Weingegend an Saale und Unstrut. Aber auch Fahrradreisende würden eine komfortable Unterkunft schätzen.

Sachsen-Anhalt soll als Kulturland werden

Der Minister will jetzt vor allem mit Sachsen-Anhalt als dem Kernland deutscher Geschichte um Reisende werben. "Wir wollen uns als führendes Kulturreiseland profilieren", gab er die Richtung vor. Gelegenheit zur Präsentation bietet die heute in Berlin beginnende ITB. Dort wird mit Themen wie dem Gartenreich in Wörlitz, dem Bauhaus in Dessau, der Lutherdekade oder dem Unesco-Welterbe in Quedlinburg geworben. Auch die Bundesgartenschau in der Havel-Region 2015 steht im Zentrum. Mehr als 35 Aussteller aus Sachsen-Anhalt sind in Berlin mit von der Partie.

Da geht es auch darum, ausländische Besucher für Sachsen-Anhalt zu interessieren. Das Land wird demnächst vor allem in Österreich, den Niederlanden und in Schweden um Touristen werben. Die größte Gruppe der ausländischen Besucher machen derzeit mit rund 80000 Übernachtungen die Niederländer aus. Warum das so ist? "Der Harz zieht", sagte Möllring und fügte augenzwinkernd hinzu: "Die Niederländer halten den Harz für ein richtig hohes Gebirge."