Salzwedel l Am Mittwoch hatte die Volksstimme über den Abschuss eines US-Bombers durch sowjetische MiG-19 berichtet, der 1964 - versehentlich oder in Spionageabsicht - in den Luftraum der DDR eingedrungen war. Daraufhin meldete sich Leser Wolfgang Winkelmann aus Salzwedel in der Redaktion. "Ich habe noch eine der abgeschossenen S-5-Raketen in Besitz", sagt er. Und treibt damit keineswegs einen Schabernack, wie das Foto oben beweist.

"1964 arbeitete ich bei der Energieversorgung. An dem Tag waren wir auf der Rückfahrt von Gardelegen nach Stendal. Da haben wir das Geballer am Himmel gesehen", erzählt er. Man habe aber angenommen, die Explosionen seien Bestandteil des Manövers, was in diesen Tagen abgehalten wurde. "Wenig später fanden Monteure von uns dann die Reste der Rakete in einer Hochspannungsleitung am Strommast", erzählt Winkelmann. Einer der Männer habe sich aus einem Teil des Leitwerks ein Messer gebastelt, weil das so guter Stahl war. Den Rest der S-5-Rakete bewahrte Rentner Winkelmann seither in seinem Schuppen auf. "Ich würde sie jetzt einem Museum vermachen, wenn es Interessenten gibt", stellt er in Aussicht. Vielleicht meldet sich ja jemand.