Magdeburg l Demenzforscher an der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität haben einen neuen Wirkstoff gegen Alzheimer entdeckt. Er wird in dem bereits seit über zwei Jahrtausenden als Heilpflanze bekannten Johanniskraut (Hyperium perforatum) gebildet.

Ein Team von Wissenschaftlern um Prof. Dr. Dr. Jens Pahnke hatte in Tests an Alzheimer-Mäusen festgestellt, dass ein spezieller Extrakt aus dieser Pflanze den molekularen Abtransport der für Alzheimer verantwortlichen giftigen Eiweiße, den sogenannten beta-Amyloiden, aus dem Gehirn ankurbelt. Ein kürzlich dazu veröffentlichter Forschungsartikel habe breite Beachtung in der Fachwelt gefunden, sagte Pahnke der Volksstimme. Inzwischen lägen Erfahrungen mit dem speziellen Johanniskrautpräparat an mehr als 20 Patienten vor, "die mich persönlich mehr als verblüfft haben", so Pahnke: Die Alzheimer-Patienten gewinnen demnach ihr Kurzzeitgedächtnis wieder, können verloren gegangene Tätigkeiten wie Mittag kochen oder Fahrrad fahren wieder ausführen, und ihre Orientierung verbessert sich.

Das Besondere: Die Ergebnisse seien mit einem am Markt verfügbaren Präparat erzielt worden, das dem von den Forschern angewandten maus-wirksamen Extrakt identisch sei.

Pahnke: "Wir sind sehr optimistisch, dass auf dieser Basis sowohl therapeutisch als auch präventiv wirkende Mittel gegen die sporadische Form der Alzheimer-Demenz entwickelt werden können." Diese mache mit über 99 Prozent die häufigste Krankheitsform aus, erklärte er.