Als Doris Fahsel vor sechs Jahren die Diagnose Brustkrebs erhielt, fiel sie in ein Loch. Heute hilft sie anderen Krebskranken, aus ihrem herauszukriechen. Die 58-Jährige leitet in Oschersleben eine Selbsthilfegruppe. Auf die Idee kam sie, als sie selbst Rat suchte. Da die nächste Gruppe von ihrer Stadt knapp 40 Kilometer entfernt lag, gründete sie 2011 selbst eine - mit Unterstützung der Selbsthilfekontaktstelle Oschersleben und des Bundesverbandes "Frauenselbsthilfe nach Krebs".

Was mit einem Treffen von sechs Frauen begann, ist heute ein Verein mit knapp 30 Mitgliedern. "Wir reden nicht nur über Krankheiten. Es geht auch darum, Freude am Leben zu vermitteln", sagt Doris Fahsel. Und so organisiert sie mal eine Kremserfahrt, mal einen Ausflug ins Schwimmbad. Sie lädt aber auch Ärzte und Apotheker für Vorträge ein.

Vor allem anfangs zog die Oschersleberin viel Kraft aus der Gruppe. Heute, wo es ihr besser geht, muss sie auch oft Kraft für andere aufbringen. "Wenn man in der Leitung arbeitet, kann man nicht noch anderen etwas vorjammern", sagt sie. Die Gruppe aufzugeben, kommt für sie aber nicht infrage: "Ich dachte nach meiner Diagnose damals, ich hätte nicht zur Untersuchung gehen sollen. Wie falsch diese Sicht ist, können andere Betroffene einem am besten vermitteln."