Eine Frau an der Spitze eines Kreissportbundes - das hat Seltenheitswert. Carola Schulz macht daraus aber keine große Sache. Seit 2008 ist sie Präsidentin des Kreissportbundes Stendal-Altmark - und gibt sich trotzdem bescheiden, wenn sie über ihre Position spricht. "Zum Präsidium gehören ja noch elf andere", erzählt sie.

Die 49-Jährige bearbeitet Anträge auf Fördermittel, behält den Überblick, wenn die Sportjugend Feste organisiert, berät Vereine, die ihren Sportplatz sanieren wollen.

Dass in dem ehrenamtlichen Gremium eine Frau das Sagen hat, scheint die Männer um sie herum kein Stück zu stören. Zumindest hat die Stendalerin nicht den Eindruck. "Ich glaube, das liegt daran, dass ich über Jahre in die Rolle hineingewachsen bin", erzählt sie. Denn Carola Schulz gehört im Verband quasi zum Inventar: Schon Anfang der 90er Jahre war sie Chefin der Sportjugend.

Außerdem scheint ihr Führungsstil bei den Herren anzukommen: "Ich bin Teamplayer, kein Alleinunterhalter", stellt sie klar. Als Handballerin ist sie von Kindesbeinen an nichts anderes gewohnt. Außerdem hat die 49-Jährige durch ihren Beruf ein feines Gespür für den Umgang mit Menschen. Denn sie hilft als Streetworkerin Jugendlichen auf die richtige Bahn.

Ein Job, der oft bis zum späten Abend geht und einem psychisch einiges abverlangt. Dazu ein Ehrenamt, das jede Woche aufs Neue Zeit frisst. Das ist für Carola Schulz oft auch eine Belastung. Aber sie kommt ganz gut damit zurecht, sagt sie. "Mich kann eben nichts erschüttern. Das liegt in meiner Natur!"