Schränke aufbauen, Stühle reparieren, Nägel in die Wand hämmern - alles Männersache? Nicht bei Anita Wagner. Die 31-Jährige arbeitet als Hausmeisterin an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Dort ist sie Henne im Korb, denn ihre zehn Kollegen sind allesamt Gockel. Schwierig ist das für sie kein Stück: "Ich bin in einem Zimmereibetrieb groß geworden. Da ist es für mich nichts Ungewöhnliches, in einem Männerberuf zu arbeiten." Es hat sogar Vorteile: "Mit Männern kann man Klartext reden. Das gefällt mir!"

Mit ihren zehn Exemplaren lässt es sich außerdem wunderbar herumwitzeln, verrät Anita Wagner. "`Wenn wir morgens um 5 Uhr vorm Studentenclub die Zigarettenstummel wegräumen, geht´s rund. Wir sehen ständig kutschende Paare und Männer, die sich um Mädels streiten. Naja, da können wir uns einen Kommentar manchmal einfach nicht verkneifen", erzählt sie grinsend.

Ihr Job ist aber nicht nur spaßig, sondern auch harte Arbeit. "Wir wuchten fast jede Woche Büromöbel aus dem dritten oder vierten Stock nach unten und wieder hoch. Da braucht man schon ein bisschen Kraft", erklärt die taffe Frau aus Angern (Landkreis Börde). Zimperlich sein darf man auch nicht. Denn wenn an der Uni eine Toilette verstopft ist, gibt´s keinen Frauenbonus: "Das Vergnügen habe ich auch manchmal. Dann schnappe ich mir dicke, fette Handschuhe, einen Mundschutz und los geht´s!"

Anitas Weiblichkeit leidet unter ihrem Job übrigens nicht. Sie hat ein typisches Mädchenhobby: Reiten. Und die Fingernägel lackiert sie sich auch ab und zu. "Ich muss ja nicht zum Mann mutieren!"