Steuern und Bußgeld

Hundesteuer pro Jahr: Ersthund 96 Euro, Zweithund 144 Euro, jeder weitere Hund 192 Euro. Im Einzelfall als gefährlich eingestufter Hund 500 Euro, nicht ordnungsgemäß gehaltener Hund (dazu gehört auch die Nichtentsorgung von Hundekot) 250 Euro. Für Hunde aus dem Tierheim entfällt für das erste Halterjahr die Hundesteuer (auf Fristen achten!). Steuerermäßigungen sind auf Antrag möglich.

Hundesteuermarke: Muss mitgeführt werden, wenn der Hund außerhalb der Wohnung oder des umfriedeten Grundstücks geführt wird.

Bußgeld: Wer seinen Hund nicht ordnungsgemäß angemeldet hat und ermittelt wird, muss eine Geldbuße von 80 Euro und die bis dahin fällig gewordene Hundesteuer bezahlen.

Magdeburg l Montagnachmittag hätten die Ordnungshüter im Stadtpark ordentlich Kasse machen können: Von acht Hundehaltern, die die Volksstimme angesprochen hat, konnte nur einer eine gültige Hundesteuermarke vorzeigen. "Liegt zu Hause", "wird noch angemeldet", "habe ich erst seit ein paar Tagen", "gehört meinem Freund", "die Marke ist am anderen Halsband" - Begründungen, warum die Marke nicht "am Mann" und auch nicht am Hund war, gab es viele. Und für die Hundehalter kann das teuer werden.

Magdeburg unter dem Bundesdurchschnitt

In Magdeburg gibt es rund 10.800 Hunde - offiziell. Es sind aber deutlich mehr, ist man sich im Rathaus sicher. Wie alle Kommunen, so hat auch Magdeburg mit vierbeinigen Mitbürgern zu tun, die - aus steuerlicher Sicht gesehen - in der Illegalität leben.

Viele Hunde werden von Herrchen oder Frauchen bei der Stadt nicht angemeldet, um die unbeliebte Hundesteuer zu sparen. Im Bundesdurchschnitt liegt die Dunkelziffer nicht angemeldeter Hunde bei rund 25 Prozent, in Magdeburg schnüffelten 2010 12,5 Prozent aller Hunde ohne Steuermarke durch die Straßen, 1998 waren es sogar 37 Prozent. Jährlich kommen da schnell 150.000 bis 200.000 Euro "Hundesteuer-Miese" zusammen, die der Stadtkasse entgehen. Ganz abgesehen von der Ungerechtigkeit denen gegenüber, die brav ihre Hundesteuer bezahlen.

Die Dunkelziffer hat die Stadt in den beiden genannten Jahren durch Kontrollen ermittelt, jetzt wollen die Ordnungshüter erneut den steuersündigen Hundefreunden ans Halsband ihrer Vierbeiner. Denn dort sollte sich eine Steuermarke befinden, wenn Herrchen oder Frauchen mit Bello Gassi gehen. Vorschrift ist, dass ein Hundehalter eine gültige Steuermarke vorweisen muss, wenn er mit dem Hund in der Öffentlichkeit unterwegs ist.

Mit den verstärkten Kontrollen wolle man feststellen, ob sich die Dunkelziffer in den vergangenen Jahren erhöht habe, so Holger Platz, zuständiger Ordnungsbeigeordneter der Stadt. Kontrolliert werde überall im Stadtgebiet, auch in den Ortsteilen.

Das Tütchen für das Häufchen nicht vergessen

Um eine belastbare statistische Größe zu bekommen, müssten rund 500 Hunde kontrolliert werden, sagte Gerd vom Baur, Chef des Stadtordnungsdienstes. Die ermittelten Zahlen würden dann mit den Kontrollen des ganzen Jahres verrechnet. "So kommen wir dann schon seit mehreren Jahren auf eine Dunkelziffer von rund 12,5 Prozent." Am Ende der Kontrollaktion soll dann genau aufgelistet werden, in welchen Stadtteilen es die meisten "Schwarzhunde" gibt, aber auch die Verteilung der verschiedenen Rassen pro Stadtteil will man ermitteln.

Etwa 26 Beamte (13 Streifen) werden bis Ende März im verstärkten Hundekontrolleinsatz unterwegs sein, so vom Baur. "Unsere Beamten kontrollieren zwar das ganze Jahr über die Hunde im Stadtgebiet, bis zum Ende des Monats haben sie aber den Sonderauftrag bekommen, nach Hundesteuer-Sündern gezielt Ausschau zu halten."

Und die Hundehalter sollten auch sicherstellen, dass sie immer ein "Tütchen" dabei haben, um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu beseitigen. Denn dass soll ebenfalls verstärkt kontrolliert werden. Wird jemand von den städtischen Ordnungshütern erwischt, kostet das liegen gelassene Häufchen Bußgeld.

Das komplette Kontroll-Programm

Richtig teuer wird es, wenn ein Hundehalter mehrfach dabei ertappt wird, dass er sich nicht um die "Tretminen" seines Hundes gekümmert hat. Dann schnellt zur Strafe seine Hundesteuer auf 250 Euro pro Jahr hoch. Übrigens: Wenn die Streifenbeamten einen Hund steuerlich "abklopfen", wollen sie immer auch wissen, ob er versichert und gechippt ist. Auch das ist gesetzliche Vorschrift für den Hundehalter.