Der Anbau von Cannabis ist ein lukratives Geschäft. Allein eine Ernte von rund 1000 Pflanzen kann eine Ausbeute von bis zu 40 Kilogramm Marihuana ergeben. Sein Straßenverkaufswert beläuft sich auf rund 200000 Euro. Die Gewinnspanne erhöht sich bei den folgenden Ernten auf rund 95 Prozent, wenn sich die Geräte und der Kauf der Liegenschaft amortisiert haben. "Da hat man schnell seine Million zusammen", so die Drogenermittler. Meist kaufen Einheimische die leeren Immobilien. Die Hege und Pflege der Pflanzen übernehmen andere.

Inzwischen zählt für die Cannabis-Bauern aber nicht mehr nur die Stückzahl, sondern die Potenz der Pflanzen. Gemeint ist ihr THC-Gehalt, der eigentliche Wirkstoff. Er hat sich seit den 1970er Jahren von etwa 1,5 bis 5 Prozent auf inzwischen vereinzelt mehr als 20 Prozent erhöht. "Von weichen Drogen kann man da nicht mehr reden", erklärt Andreas von Koß. Zudem drohen hohe Haftstrafen für den Drogenanbau. Schon ab zwei Pflanzen kann eine nicht geringe Menge erreicht werden. In diesem Fall drohen mindestens ein Jahr Haft. Bei bandenmäßigem Plantagenanbau drohen sogar fünf Jahre Haft.

Insgesamt stieg die Zahl der Drogendelikte in Sachsen-Anhalt von 5893 auf 6060 Fälle im vergangenen Jahr. Es wurde Rauschgift in Höhe von rund drei Millionen Euro sichergestellt.