Runter vom Gas: Autofahrer müssen sich auf mehr Geschwindigkeitskontrollen einstellen. Seit heute blitzt neben der Polizei auch die Stadtverwaltung. Die Volksstimme beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wann wird geblitzt?

Die Kontrollen erfolgen montags bis freitags von 6 und 20 Uhr. Bei Bürgerbeschwerden, Großveranstaltungen oder an Baustellenbereichen wird auch zu anderen Zeiten kontrolliert, auch am Wochenende.

Wo wird geblitzt?

Es gibt 280 Messstellen. Die Stadt konzentriert sich auf Wohngebiete, Straßen vor Schulen und Kindergärten und Tempo-30-Zonen. Nächste Woche soll im Hopfengarten an der Grundschule und in der Blankenburger Straße geblitzt werden.

Geblitzt - und jetzt?

Die Strafen richten sich nach der Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung und dem Bußgeldkatalog. Bis 20 Stundenkilometer mehr gibt es ein Verwarngeld. Darüber drohen Bußgelder, Punkte in Flensburg und Fahrverbote. Verwarngelder werden von der Stadt bearbeitet und einkassiert. Bußgelder werden an das technische Polizeiamt weitergeleitet. Die Hälfte des Bußgeldes geht an die Stadt.

Gibt es einen Toleranzbereich?

Ja, er beträgt bei den Messgeräten drei Stundenkilometer und wird bei den Messungen dann wieder abgezogen.

Wie erfahre ich, wo geblitzt wird?

Die Messstellen werden wöchentlich in der Volksstimme und auf der Internetseite der Landeshauptstadt veröffentlicht. Tag und die Uhrzeit werden nicht bekanntgegeben. Die Informationen sind ohne Gewähr.

Wie funktioniert das Blitzgerät?

Das Messsystem kann mobil und stationär eingesetzt werden und kann auch Kradfahrer blitzen.

Mit welchen Einnahmen rechnet die Stadt?

Die Stadt kalkuliert mit 15.000 Verfahren im Jahr. Bei durchschnittlich rund 15 Euro Bußgeld pro Verstoß kann die Stadt mit Einnahmen in Höhe von 225.000 Euro rechnen. Danach hofft die Stadt mit einem ausgeglichenen Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Warum nimmt die Stadt ab sofort Geschwindigkeitskontrollen vor?

Die Stadt begründet es so: Überhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptunfallursachen. Außerdem gibt es immer mehr verkehrsberuhigte Bereiche, die kontrolliert werden müssen. Neben Magdeburg blitzen in Sachsen-Anhalt 20 von 37 berechtigten Städten.

Wird die Polizei jetzt weniger blitzen?

Nein, sagt die Polizei. Es soll aber Abstimmungen geben, um sich nicht zu überschneiden.

Was kosten die Stadt die Messungen?

Das Messgerät kostet 150.000 Euro. Im Ordnungsamt wurden zusätzlich zwei befristete Stellen geschaffen. Weitere zehn Mitarbeiter wurden geschult.