Magdeburg l Die historisch niedrigen Zinsen, der Wunsch, etwas für die Altersvorsorge zu tun und moderate Preise haben im vergangenen Jahr die Nachfrage nach Immobilien im Großraum Magdeburg rasant steigen lassen. Diese Entwicklung spiegelt sich unter anderem in den Geschäftszahlen der Deutschen Bank für den Norden Sachsen-Anhalts wider, die das Geldhaus am Donnerstag vorlegte.

Demnach lag das Baufinanzierungsvolumen der Bank im Marktgebiet 2013 bei 766 Millionen Euro - ein satter Anstieg von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Magdeburg selbst betrug das Volumen 142Millionen Euro, ebenfalls ein Plus von acht Prozent.

"Neben den niedrigen Zinsen und Vorsorgewünschen sind es vor allem die moderaten Immobilienpreise in und um Magdeburg, die Investoren anlocken", erklärte die Magdeburger Filialdirektorin Diana Jetschin. Während der Quadratmeter in Städten wie München oder Hamburg im Schnitt 5500 Euro koste, müssten Interessenten in der Landeshauptstadt lediglich 1900 Euro zahlen. "Wir haben deshalb Kundenanfragen nicht mehr nur aus der Region, sondern aus ganz Deutschland", so Jetschin.

Den Trend bestätigt auch Thomas Glodek, Sprecher des Immobilien-Dienstleisters Aengevelt in Magdeburg. "Die Renditen in Metropolen wie München und Hamburg sind deutlich unter fünf Prozent gesunken, weil die Kaufpreise in den vergangenen Jahren rapide angezogen haben. Deshalb rücken Oberzentren wie Magdeburg in den Fokus der Investoren." In der Landeshauptstadt ließen sich für gepflegte Mietwohnhäuser Anfangsrenditen von bis zu 9,5 Prozent erzielen, ebenso für Geschäftshäuser. Das Rendite-Risiko-Potenzial sei vergleichsweise gut.