Thale l Eine mumifizierte Leiche ist am Donnerstagmittag aus dem Bodetal bei Thale (Landkreis Harz) geborgen worden. Nach Polizeiangaben lag sie in etwa 120 Metern Tiefe unterhalb der Aussichtsplattform "Prinzensicht".

Die am Vormittag begonnene Suchaktion stand im Zusammenhang mit dem Fund eines menschlichen Unterarms. Spaziergänger hatten die zum Teil bereits verweste Gliedmaße am 3. März unweit des Weges entdeckt. Der Körper selbst wurde in etwa 60 Metern Entfernung dazu gefunden. Die Ermittler vermuten, dass der Tote ungefähr drei Monate unter dem Felsen gelegen haben könnte. Kriminaltechniker transportierten die sterblichen Überreste in Säcken ab. Volksstimme-Informationen nach sollen sich am Kopf noch Haare befunden haben.

Eine offizielle Aussage gab es dazu aber bisher nicht. Von Polizei und Staatsanwaltschaft in Halberstadt wurde der Leichenfund am Nachmittag lediglich bestätigt.

Weil eine Straftat nicht ausgeschlossen werden konnte, hatte die Polizei Anfang März zunächst nur Feuerwehrleute und Mitglieder der Bergwacht eingeweiht. Letztere standen am Donnerstag personell nicht zur Verfügung. Deshalb waren Spezialisten des Sondereinsatzkommandos (SEK) aus Magdeburg zur Unterstützung angefordert worden. Sie seilten sich in das unzugängliche und von Geröll übersäte Gelände ab.

Aktuell gibt es in der Region mehrere Vermisstenfälle. Eine Obduktion soll klären, ob einer davon der Leichnam aus dem Bodetal ist. Möglicherweise könnte es sich dabei um einen seit September 2003 vermissten Mann aus dem Goslarer Ortsteil Hahnenklee handeln. Der 70-Jährige war damals mit einer Gruppe in Thale unterwegs gewesen und in diesem Bereich spurlos verschwunden.

Laut Staatsanwaltschaft kann die Frage nach der Identität frühestens am kommenden Montag beantwortet werden. Dann soll das Ergebnis der DNA-Untersuchung des Unterarms feststehen. War zuletzt davon ausgegangen worden, dass die Gliedmaße einem Mann gehörte, so scheint dies aber wieder völlig offen zu sein.

Damit könnte auch der Fall einer vermissten Frau aus Quedlinburg erneut in den Blickpunkt der Ermittler rücken. Die 76-Jährige war am 14. Januar 2014 um 17.30 Uhr von ihrem Ehemann in der gemeinsamen Wohnung zum letzten Mal gesehen worden. Mehrere Suchaktionen von Polizei und Feuerwehr, unter anderem entlang der Holtemme, verliefen ohne Erfolg.

Die Spurensicherung im Bodetal ist unterdessen noch nicht beendet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll sie bis heute andauern.