Letzlingen l Die Bundeswehr hat in der Altmark monatelang russischen Militärs Einblick in das Gefechtsübungszentrum gegeben. Neun Soldaten besuchten 2013 für drei Monate das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in Letzlingen. Die Russen sollten die Technik der Anlage genau kennenlernen. "Sie sollten eine Einweisung bekommen, wie so ein Übungszentrum funktioniert", bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Denn Russland will für seine Truppen ein Trainingszentrum nach dem Vorbild des GÜZ. Es entsteht bei dem Städtchen Mulino - etwa 350 Kilometer östlich von Moskau. Mehr als 100 Millionen Euro wollen sich die Russen das Trainingszentrum kosten lassen. Gebaut wird dieses vom Rüstungskonzern Rheinmetall. Und der Konzern betreibt über eine Tochterfirma das GÜZ in der Altmark.

Doch die Annexion der Krim hat alles geändert. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat den Rüstungsdeal in dieser Woche erst einmal gestoppt. Rheinmetall werde diese Entscheidung nicht kommentieren, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit.

Die Bundeswehr hatte außerdem im September sechs Soldaten für drei Wochen nach Mulino geschickt. "Sie haben geguckt, ob die Lasersysteme funktionieren", sagt der Ministeriumssprecher. Weitere Treffen seien aber erst einmal auf Eis gelegt.

Die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über die geplante Anlage. Mehr als 100 Millionen Euro soll sie kosten. Bis zu 30000 Soldaten sollen dort im Jahr trainieren können.

Das Vorbild aus der Altmark gilt als das modernste Übungszentrum für Soldaten in Europa. Statt scharfer Munition kommt dort Lasertechnik zum Einsatz.