Magdeburg/Haldensleben/Burg (ad/az/am) l Aus Haldensleben fuhren knapp 60 Streikende nach Magdeburg - Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Stadthofes sowie der kommunalen Kitas "Märchenburg" sowie "Max und Moritz". Die beiden Einrichtungen blieben deswegen geschlossen. Gesine Taraba, Leiterin der Kita "Max und Moritz": "Wen wir im Vorfeld nicht gesehen haben, haben wir extra angerufen. Denn sonst wäre der Streik auf die Kinder zurückgefallen, und das wollten wir nicht." Mit dabei war auch Christoph Krause, Sachbearbeiter des Bauamtes: "Wir finden kaum noch Personal. Deshalb müssen wir Berufe im öffentlichen Dienst auch für Jüngere attraktiv machen."

Ohne große Probleme verlief nach Volksstimme-Informationen der Streiktag in Burg. Sechs kommunale Kitas und Horte wurden bestreikt. Die von der Stadt organisierte Ersatzbetreuung wurde nur von zwei Kindern genutzt. Die Gewerkschaft GEW hatte Eltern vorab vom Streik informiert.

Streik vom Jobcenter bis zur Abfallwirtschaft

In zwei vollen Shuttle-Bussen fuhren Erzieherinnen und Hortnerinnen aus kommunalen Einrichtungen in Burg zur Kundgebung nach Magdeburg, die nach Gewerkschaftsangaben rund 600 Streikende vereinigte. In Halle demonstrierten 1000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes für eine bessere Bezahlung.

In Magdeburg streikten unter anderen Stadtverwaltung, Polizeigewerkschaft und Jobcenter. Allein von der Städtischen Abfallwirtschaft beteiligten sich 130 Männer und Frauen am Arbeitskampf. Insgesamt arbeiten 289 Mitarbeiter bei den Abfallbetrieben. Da am Donnerstag die Müllabfuhr nicht fuhr, blieben mehr als 230 Tonnen Restabfall und Papiermüll liegen und sollen am Sonnabend abgeholt werden.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) zeigte gegenüber der Volksstimme wenig Verständnis. Die durchschnittlichen Lohnkosten pro Arbeitnehmer würden in Magdeburg etwas mehr als 29 000 Euro betragen, bei Angestellten des öffentlichen Dienstes in der Verwaltung um die 50 000 Euro. "Hier muss man auch die Relationen wahren", mahnte Trümper.

Daniel Merbitz von der GEW-Streikleitung wies Vorwürfe zurück, dass die Haushalte der Kommunen angesichts der Tarifforderungen mit noch höheren Personalkosten belastet würden. "Es ist makaber, wenn die Beschäftigten im öffentlichen Dienst die verfehlte Steuer- und Finanzpolitik von Staat und Kommunen ausbaden sollen. Sie lassen sich dafür nicht in Geiselhaft nehmen."

Bundesweit beteiligten sich an den Warnstreiks am Donnerstag nach Angaben der Gewerkschaft Verdi bundesweit 104000 Beschäftigte. Insgesamt hätten in dieser Woche über 200 000 Mitarbeiter zeitweise die Arbeit niedergelegt.

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst werden am Montag in Potsdam fortgesetzt. Verdi und der dbb-Beamtenbund fordern für die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen eine Erhöhung aller Gehälter um einen Sockelbetrag von 100 Euro und 3,5 Prozent mehr Geld.

Bilder