Magdeburg l Ein 17-jähriger Jugendlicher aus Litauen hat sich mit einem in Frankfurt am Main gestohlenen BMW am Freitagvormittag eine filmreife Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Rücksichtslos raste er zeitweise mit Tempo 180 über Bundesstraßen im Salzlandkreis, dem Bördekreis und der Landeshauptstadt. Erst auf dem nördlichen Magdeburger Ring konnte die Fahrt gestoppt werden.

Rekonstruktion einer spektakulären Flucht: Der Besitzer eines BMW X6 aus Frankfurt am Main bemerkt am Freitagmorgen, dass sein Wagen irgendwann in der Nacht gestohlen worden ist. Weil er sich ein Satelliten-Ortungssystem (GPS) in den bei Autodieben sehr beliebten Wagen eingebaut hat, kann er am Computerbildschirm den genauen Standort seines Autos verfolgen. Der Mann alarmiert gegen 10 Uhr das Revierkommissariat Aschersleben. Sein Auto befindet sich zu diesem Zeitpunkt auf der Bundesstraße 180 in Höhe Schneidlingen im Salzlandkreis. Die Polizei löst eine Fahndung aus.

Hubschrauber im Einsatz

Mehrere Einsatzwagen der Polizei aus den Revieren Salzlandkreis, Magdeburg und dem Autobahnpolizeirevier Börde beteiligen sich an der Suche. Der Eigentümer des Autos kann die Fahrt seines Wagens indes am Bildschirm verfolgen und gibt den Beamten den Standort durch. Auf der Bundesstraße 81 in Höhe des Abzweigs Altenweddingen haben die ersten Beamten Sichtkontakt und nehmen die Verfolgung auf. Am Flugplatz Magdeburg startet der Polizeihubschrauber.

Der Jugendliche bemerkt seine Verfolger und gibt auf der vierspurigen Strecke richtig Gas. Zeitweise rast er den Polizisten mit Tempo 180 davon. Der Wagen überholt rasant, zwingt andere Fahrzeuge zum Bremsen. Der 17-Jährige setzt unbeirrt seine Fahrt mit überhöhtem Tempo auf dem stark befahrenen Magdeburger Ring fort. Die Beamten können alles aus dem Polizeihubschrauber beobachten.

Fluchtversuch zu Fuß

In Höhe der Abfahrt Damaschkeplatz touchiert der Wagen einen Bordstein. Am Vorderrad zerplatzt dadurch der Reifen und auch die Felge wird durch den Unfall beschädigt. Der Jugendliche kann dennoch seine Fahrt in Richtung Autobahn 2 fortsetzen. Das Auto kommt aber nur etwa zwei Kilometer weit und bleibt letztendlich auf dem Magdeburger Ring in Höhe der Abfahrt Hundisburger Straße stehen.

Der mutmaßliche Autodieb steigt aus dem Wagen und flüchtet zu Fuß weiter. Zivilen Einsatzkräften der Kriminalpolizei gelingt schließlich nach kurzer Zeit die Festnahme. Polizeisprecher Frank Küssner sagt am Abend: "Ob ein Haftbefehl beantragt wird, können wir zum gegenwärtigen Stand noch nicht sagen." Ermittelt wird wegen besonders schweren Diebstahls und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Autofahrer, die gefährdet wurden, bittet die Polizei, sich unter Tel. (0391) 5461091 zu melden.