Magdeburg (dpa) l Die Erkrankung an Rotaviren ist auf dem Rückzug. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der gemeldeten Fälle der Magen-Darm-Infektion in Sachsen-Anhalt halbiert. Dies geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor, auf die die Techniker Krankenkasse hinweist. Vor allem für Säuglinge ist eine Erkrankung gefährlich.

Den Daten zufolge wurden vergangenes Jahr 2257 Menschen im Land mit Rotaviren infiziert, fünf Jahre zuvor waren es noch 4638. Nur in Sachsen und in Mecklenburg-Vorpommern war der Rückgang noch stärker. Bundesweit sank die Zahl der Infektionen von knapp 78 000 auf rund 48.000. Bei Babys ist eine Infektion oft von starkem Durchfall, Erbrechen und Fieber begleitet.

Vergangenes Jahr wurden 231 Fälle aus dem Burgenlandkreis gemeldet - so viele wie in keinem anderen Kreis. Die Städte Halle und Magdeburg verzeichneten ebenfalls jeweils über 200 Fälle, der Kreis Jerichower Land (84 Fälle) und der Altmarkkreis Salzwedel (67) waren nach einer Übersicht der Kasse am seltensten betroffen.

Seit dem ersten Quartal dieses Jahres werden in Sachsen-Anhalt wie in den meisten anderen Bundesländern die Kosten für eine Impfung gegen Rotaviren von den Krankenkassen übernommen. Zuvor hatten einige der Krankenkassen im Land die Kosten bereits freiwillig übernommen, wenn der Patient zunächst beim Arzt bezahlt und dann einen Antrag stellt.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt für Säuglinge ab sechs Wochen eine Rotavirus-Schluckimpfung. "Mütter oder Väter in Sachsen-Anhalt, die ihr Kind impfen lassen möchten, müssen nur noch dessen Chipkarte vorlegen", sagte der Chef der Kasse in Sachsen-Anhalt, Jens Hennicke. Eltern sollten mit dem Kinderarzt aber Nutzen und Risiken einer Impfung abwägen.