Magdeburg l Die Rückkehr jüdischen Lebens nach Magdeburg dürfte sich in den kommenden Jahren auch im Stadtbild manifestieren. Die Pläne für das neue jüdische Gemeindezentrum wurden - entsprechend einem Beschluss des Magdeburger Stadtrats - Kommunalpolitikern jetzt im Rathaus vorgestellt.

Nach dem Entwurf der Architekten wird ein dreigeschossiges Gebäude an der Julius-Bremer-Straße 3 entstehen. Der Eingangsbereich ist schon draußen ein wenig vor Wind und Regen geschützt durch das vorspringende Treppenhaus und durch ein vorgezogenes zweites Obergeschoss. Hinter einer nach jetzigen Planungen bronzebeschlagenen Tür bietet das Gebäude einen Kontrast zwischen offenen und geschlossenen Gebäudeteilen. Der größte öffentliche Bereich im Erdgeschoss: Ein großer Speisesaal, an den sich den jüdischen Gesetzen entsprechend zwei Küchen - eine für Milch- und eine für Fleischspeisen - anschließen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Erdgeschosses soll ein Museumsraum seinen Platz finden.

Synagogenraum soll sich über zwei Etagen erstrecken

Im ersten Obergeschoss befindet sich ein Eingang zum Synagogenraum, dem Herzstück des religiösen Lebens. Das Licht kommt hier von oben, während die in diesem Raum nur kleinen Fenster dafür sorgen sollen, dass die Besucher des Raumes nicht abgelenkt werden von den religiösen Inhalten. Im ersten Obergeschoss befindet sich auch ein Seminarraum. Wesentlich im zweiten Obergeschoss ist der Zugang zur Frauenempore im Synagogenraum, der laut den Architekten die Anmutung eines attraktiven hölzernen Möbelstücks im Raum ausstrahlen soll.

Verbunden werden die Etagen über ein Treppenhaus, das oberhalb des Erdgeschosses in einem durchgehenden Lichtschlitz mit einer transparenten Glasfront versehen ist. Das vermittelt zum einen die gewünschte Transparenz in die Stadt, zum anderen wird das Gemeindezentrum in den Abendstunden auf diesem Wege in die Stadt ausstrahlen.

Im Kellergeschoss befindet sich ein Raum für die Jugendlichen in der jüdischen Gemeinde, darüber hinaus ist hier als nichtöffentlicher Bereich das rituelle Bad, die Mikwe, untergebracht.

Was den zeitlichen Plan angeht, so drängt jetzt ein wenig die Zeit. Zum einen handelt es sich bei dem Gebäude an der Gröperstraße sowohl von der Kapazität als auch vom Zustand her eher um ein Provisorium. Zum anderen soll mit dem Fördermittelantrag noch in diesem Jahr sichergestellt werden, dass das Projekt für den Förderzeitraum 2015/16 berücksichtigt werden kann.

Fördergelder, Eigenmittel und Spendengelder fließen ein

Rund sechs Millionen Euro soll der Neubau kosten, wobei neben Fördergeldern auch ein erheblicher Anteil an Eigenmitteln und Spendengeldern aufgebracht werden muss.

Übrigens: In den jetzt vorliegenden Entwurf seien auch einige der Ideen eingeflossen, die Architekturstudenten der Hochschule Anhalt vergangenes Jahr für das Grundstück entwickelt haben, berichtet Gemeindevorstand Wadim Laiter.