Magdeburg (dpa) l Die Zahl der ausländischen Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt ist kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2008 waren nach Angaben der Arbeitsagentur 6.655 Frauen und Männer aus dem Ausland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im vergangenen Jahr waren es schon 11.758. 5.185 von ihnen waren Fachkräfte, 2.748 Spezialisten und Experten.

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, wollen Vertreter der Wirtschaft Sachsen-Anhalts noch mehr ausländische Frauen und Männer ins Land holen. Die Vermittlung von spanischen Fachkräften hat eine Vereinbarung zum Ziel, die von der Industrie- und Handelskammer Magdeburg, der Bundesagentur für Arbeit und der Gemeinde La Pobla de Vallbona (Spanien) in diesem Jahr geschlossen wurde, wie Torsten Scheer sagte, der Sprecher der Kammer. So sollten Arbeitskräfte in Unternehmen aller Branchen gebracht werden.

50.000 Ausländer sind in Sachsen-Anhalt gemeldet

Die IHK Halle-Dessau sieht das Werben um ausländische Arbeitskräfte jedoch noch skeptisch und konzentriert sich auf Potenzial aus der eigenen Region. "Wir setzen eher auf die stillen Reserven", sagte Danny Bieräugel, Experte für Konjunktur der IHK. Vor allem ältere Arbeitnehmer und Frauen könnten noch besser in den Arbeitsmarkt eingebunden werden. Er denke in diesem Zusammenhang an gezielte Qualifikation. Die Kammer wolle auch dahingehend wirken, dass Frauen den Beruf mit der Familie noch besser vereinbaren können.

Für kleinere Unternehmen sei es auch oftmals zu kompliziert und zu teuer, ausländische Fachkräfte nach Sachsen-Anhalt zu holen, betonte Bieräugel. Dies müsse aber geschehen, wenn diese Fachkräfte verstärkt in Unternehmen in Sachsen-Anhalt tätig sein sollen, da im Land zu wenige Ausländer lebten. In Sachsen-Anhalt sind derzeit etwa 50.000 Ausländer gemeldet. Die Quote liegt bei rund zwei Prozent und damit so niedrig wie in keinem anderen Bundesland.