Magdeburg (mf) l Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) warnt in der Diskussion um die Polizeistrukturreform vor einem "Ausbluten" der Kriminalpolizei in Sachsen-Anhalt. Der Berufsverband befürchtet in einer schriftlichen Stellungnahme, dass zu Gunsten der Schutzpolizei die Zahl der rund 1.800 Ermittler weiter gekürzt werden soll. Landeschef Hanno Schulz: "Wir sind schon jetzt am Limit und verwalten teilweise vor allem Delikte der sogenannten Massenkriminalität."Auch die beabsichtigte Zentralisierung, der man offen gegenüberstehe, ändere nichts an dieser Tatsache.

Nach dem Kabinettsentwurf soll unter anderem die spezialisierte Kriminalitätsbekämpfung aus den Polizeirevieren herausgelöst und auf Zentrale Kriminaldienste übertragen werden. In der Polizeidirektion Nord werden diese in Magdeburg (Zweigstelle auch in Halberstadt) und in Stendal sein. Im Süden und Osten des Landes sind Dessau sowie Halle Standorte dieser Einheiten. In den Revieren sollen nur noch Delikte der "einfachen und mittleren" Kriminalität (z.B. Diebstähle und Einbrüche) bearbeitet werden.Das Innenministerium wollte sich mit Hinweis auf bevorstehende Gespräche mit den Gewerkschaften nicht äußern.