Über die lange Suche nach dem Grab seines Großvaters berichtet unser Leser Dr. Hans-Henning Feige aus Halberstadt in diesem Brief:

"Der Goldschmied Friedrich Bartels war mein Großvater und ist am 2. August 1915 unbekannter Uhrzeit in den Kämpfen bei Grabowo östlich des Narews gefallen. Dies war 1915 russisches Gebiet. Er war Landwehrmann in der 12. Kompanie des 3. Bataillons des Halberstädter Reserve-Infanterie-Regiments 27. Auf dem Ehrenfriedhof in Zabin wurde er laut Unterlagen beigesetzt.

Der Familie war es nie möglich, diesen Soldatenfriedhof des Ersten Weltkrieges aufzusuchen oder Grabowo zu lokalisieren, da dies ein häufiger Ortsname in Polen ist. Erst mein über viele Jahre gehendes Suchen ließ mich mit dem Verein zur Bergung Gefallener in Osteuropa in Kontakt treten. Dieser stellte wiederum eine Verbindung zur Reservistenkameradschaft der Bundeswehr in Meppen-Emsland her.

Kameradschaft half bei der Suche in Polen

Mitglieder dieser Kameradschaft suchten mit mir im August 2011 im Gebiet von Ostrolenka in Polen nach dem Ehrenfriedhof. Unterstützt wurde unsere Gruppe von einer polnischen Dolmetscherin und einem Ortsansässigen. Die Überreste des Friedhofs wurden tatsächlich gefunden.

Am Tag, als wir dort standen, war Friedrich Bartels dort vor genau 96 Jahren und einen Tag gefallen. Es war schon emotional berührend, nach diesen vielen Jahren hier angekommen zu sein. Vom Friedhof mit 2000 deutschen Einzelgräbern sind noch einzelne Grablegungen gut zu erkennen, alles ist von wildwachsenden Birken und Wacholder überwuchert. Grabsteine sind nicht mehr vorhanden.

Ich selbst nahm zur Erinnerung einen Feldstein mit nach Halberstadt. Die vielen Soldatenfriedhöfe aus der Zeit des Ersten Weltkrieges im Gebiet von Ostrolenka sollten Erinnerung und Mahnung für uns alle sein."