Magdeburg l Das Dommuseum wird kommen - zumindest wenn es nach Stadtverwaltung und der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg geht. Im Gespräch mit der Volksstimme berichtet Wobau-Geschäftsführer Heinrich Sonsalla, was er sich für die kommenden Monate wünscht: "Im Zuge eines Gebäudetauschs wollen wir unseren Sitz am Wilhelm-Höpfner-Ring der Stadtverwaltung übergeben und mit unserer Verwaltung in das Gebäude der ehemaligen Staatsbank am Domplatz einziehen."

Drei Fliegen mit einer Klappe am Domplatz schlagen


Damit würden drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Wobau könnte sich zum Ersten an einem attraktiven und mit der Straßenbahn wesentlich günstiger zu erreichenden Innenstadt-Standort ansiedeln.

Zum Zweiten käme die Stadtverwaltung zu dringend benötigten weiteren Räumlichkeiten. Heinrich Sonsalla berichtet: "Bereits jetzt haben wir in unserem bisherigen Sitz schon mehrere Räume zur Verfügung gestellt." Eine halbe Etage steht in diesem Zusammenhang bereits 14 Mitarbeitern der Stadtverwaltung in der Wobau-Zentrale zur Verfügung.

Zum Dritten aber: das Dommuseum. Auf dieses warten viele Magdeburger schon lange, damit Fundstücke von Grabungen im Dom und in dessen Umgebung endlich zeitgemäß präsentiert werden können. Die Wobau wird die Schalterhalle der Bank sowie Lagerräume und einen Eingangsbereich an die Stadt vermieten. "Wir werden dazu - in Abstimmung mit der Stadt und entsprechend dem noch nicht fertiggestellten Museumskonzept - die baulichen Voraussetzungen schaffen", sagt der Geschäftsführer des stadteigenen Anbieters von Wohnungen und Gewerbeeinheiten

Einige Details zum Museum sind allerdings schon sehr konkret: "Wir möchten auf der Nordseite des Gebäudes, also zum Gebäude der Nord-LB hin, einen neuen Eingangsbereich anbauen", sagt Heinrich Sonsalla. Dabei denkt er eher an eine von der breiten Mehrheit akzeptierte Variante wie an der Johanniskirche und weniger an eine gewagte Konstruktion wie an der Lukasklause. Der Wobau-Chef sagt: "Wichtig ist ein neuer Eingangsbereich auf jeden Fall, da über den bereits vorhandenen Haupteingang zum Breiten Weg hin ein barrierefreier Zugang nicht möglich ist."

Vorhaus schafft Platz für die Garderobe und für Toiletten


Einmal davon abgesehen würde ein neues Foyer mehr Raum bieten, um die Besucher des Museums auf die eigentliche Ausstellung einzustimmen und beispielsweise wie in der Johanniskirche Platz für eine Garderobe und für Besuchertoiletten zu schaffen.

Das Wohnungsbauunternehmen möchte nicht allein die Hülle für den Glanz des Mittelalters zur Verfügung stellen, sondern es engagiert sich beispielsweise auch im Förderverein. Außerdem wirkt es in der Arbeitsgruppe mit dem Kulturhistorischen Museum - unter dessen Leitung das Dommuseum stehen soll - mit.

Für schnellen Fortschritt fehlt noch das Museumskonzept


Zwar werden Anbau und Ausgestaltung des Dommuseums noch ein wenig auf sich warten lassen. Bevor es mit der großen Dom-Fund-Schau losgehen kann, muss nämlich nicht allein das Konzept stehen, auch müssen die auszustellenden Funde im Landesamt für Archäologie in Halle wissenschaftlich untersucht und restauriert sein.

Doch wenn es nach der Wobau geht, könnten Arbeiten am Haus schon viel eher beginnen. Der Wobau-Chef macht keinen Hehl daraus, möglichst schnell mit Verwaltung und Unternehmensspitze in der einstigen Reichs- und späteren Staatsbank einziehen zu wollen. Die Magdeburger Wohnungsbaugesellschaft würde für die eigene Nutzung die Räume oberhalb des Dommuseums ausbauen. Als Zugang für diese Bereiche soll der Eingang vom Domplatz aus reserviert werden. Hier muss ein Aufzug eingebaut werden. Rund 100 Mitarbeiter der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg könnten in dem Gebäude künftig arbeiten.

Heinrich Sonsalla sagt: "Das Schöne an dem Projekt ist, dass die Finanzierung zumindest für die baulichen Aspekte gesichert ist." Er schätzt, dass der Umbau des in den 1920er Jahren errichteten Gebäudes mit einer Gesamtnutzfläche von 4560 Quadratmetern mehr als fünf Millionen Euro kosten wird. Mit dieser Investition würde nicht zuletzt an einem markanten Gebäude der Innenstadt ein seit Jahren angesammelter Sanierungsstau aufgelöst.

Das letzte Wort zum Fall des Gebäudetauschs mit Ausbau eines neuen Wobau-Sitzes und Einrichtung eines Dommuseums hat allerdings zuvor noch der Stadtrat.