Ab 2015 soll der Beitragssatz für alle Krankenkassen von 15,5 auf 14,6 Prozent sinken. Ein Sonderbeitrag von 0,9 Prozent zulasten der Kassenmitglieder entfällt. Stattdessen sollen die Kassen Zusatzbeiträge nehmen können, die vom Einkommen abhängig sein werden. Zunächst wird mit sinkenden Beiträgen gerechnet, mittelfristig jedoch mit höheren.

Magdeburg l Jens Hennicke, Leiter der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) sagte gegenüber der Volksstimme: "Wie hoch der Beitragssatz 2015 bei der TK ausfallen wird, kann zum heutigen Zeitpunkt noch nicht konkret vorausgesagt werden, da der Haushalt für das kommende Jahr erst im Herbst aufgestellt wird." Dann erst würden die Daten des Schätzerkreises der Gesetzlichen Krankenversicherung vorliegen. Eine Prognose wagt Hennicke, dessen Kasse in Sachsen-Anhalt 130000 Versicherte hat, schon mal: "Voraussichtlich wird der TK-Beitrag aber unterdurchschnittlich ausfallen."

Von der AOK Sachsen-Anhalt (700000 Versicherte) heißt es: "Für eine konkrete und verlässliche Aussage zur Beitragssatzentwicklung müssen wir das Gesetzgebungsverfahren abwarten. Die Beitragssatzspanne unter den Krankenkassen wird aber vermutlich sehr moderat ausfallen."

Ähnlich äußert sich Thomas Nawrath, Landessprecher der Barmer GEK, bei der rund 296000 Sachsen-Anhalter versichert sind: "Genaueres zum künftigen Beitragssatz kann die Barmer GEK erst sagen, wenn durch den Schätzerkreis im Herbst die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben für das kommende Jahr prognostiziert werden."

Die zweite Krankenkasse, die neben der AOK auch ihren Sitz in Sachsen-Anhalt hat, ist die IKK gesund plus mit 388000 Versicherten. Hans-Jürgen Müller, einer der beiden Verwaltungsratschefs, macht den Mitgliedern Hoffnungen auf sinkende Beiträge. "Aufgrund unseres Überschusses an Einnahmen in 2013 und unserer soliden Finanzpolitik gehen wir davon aus, ab 1. Januar 2015 einen unter dem Durchschnitt der Gesetzlichen Krankenversicherung liegenden zusätzlichen Beitragssatz zu erheben", so Müller.

Übereinstimmend begrüßen die Krankenkassen, dass ihnen durch die Reformen von Schwarz-Rot wieder mehr Beitragsautonomie zugestanden wird. Sie versprechen sich davon einen faireren Wettbewerb und mehr Handlungsspielräume.