Magdeburg l Die bisherige Landesbühne Eisleben wird unter neuem Namen und mit neuem Konzept weitermachen. Darauf haben sich die drei kommunalen Träger des Theaters und das Kultusministerium geeinigt. Das Land sichert im Gegenzug Zuschüsse bis zum Jahr 2018 zu.

Eigene Theaterproduktionen wird es künftig weniger geben. Das Theater muss die Zahl der festangestellten Schauspieler verringern und mehr auf Gastspiele setzen. Dafür soll das kulturelle Angebot aber in die Breite wachsen. "Zu klassischen Konzerten und Schauspiel sollen künftig auch Jazz, Rock, Hip-Hop, Design oder Musical hinzukommen", sagte Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) am Dienstag. "Wir wollen mehr Leute erreichen und das Angebot erweitern." Bis 2016 solle dieser Transformationsprozess beendet sein.

Eine der Bedingungen des Landes: Die "Landesbühne Sachsen-Anhalt" muss ihren Namen abgeben. Die kommunalen Gesellschafter - der Landkreis Mansfeld-Südharz und die Städte Eisleben und Hettstedt - haben einen Wettbewerb ausgelobt und suchen nach einem neuen Namen, "der die Verbundenheit zur Region ausdrückt".

"Die Leute sind sauer, das merken wir an vielen Zuschriften."

Mehrere Hundert Vorschläge seien bereits eingegangen, sagt Kreissprecher Uwe Gajowski. Dennoch: "Dass der Name Landesbühne verschwinden soll, kommt überhaupt nicht gut an bei den Leuten. Die sind sauer, das merken wir an sehr vielen Zuschriften."

Mit 1,27 Millionen Euro hat Sachsen-Anhalt das Theater bislang unterstützt. Durch den neuen Vertrag, den das Kabinett am Dienstag gebilligt hat, sinkt die Summe auf 750.000 Euro, in den Folgejahren bis 2018 auf 400.000 Euro. Hinzu kommen 224.000 Euro zur Unterstützung der "Strukturanpassung".

Gemeint sind unter anderem Abfindungen für Mitarbeiter, denen nun gekündigt wird. Wie viele Personen das betrifft, konnte Dorgerloh nicht sagen. Die Linke im Landtag nannte die Umwandlung der Landesbühne "nicht gut, aber besser als nichts". Nur die Proteste hätten die Schließung der Einrichtung verhindert.

Noch keine Kulturverträge mit Dessau und Halle

Der neue Vertrag muss noch vom Bildungs- und vom Finanzausschuss abgesegnet werden. Nach der Unterschrift hätte der Kultusminister den ersten von drei strittigen Theaterverträgen vom Tisch. Noch keinen fertigen Vertrag gibt es mit Dessau und Halle. Beide sollen deutlich weniger Landeszuschuss erhalten und müssen daher ihr Angebot einschränken und umbauen.

Dessau habe gerade ein Konzept eingereicht, sagte Dorgerloh. Das Theater will sein Angebot einschränken, aber alle Sparten erhalten. Dorgerloh hatte eine Profilierung zum Musiktheater vorgeschlagen. Mit Halle seien die Verhandlungen "im wesentlichen" abgeschlossen. "Ich gehe davon aus, dass die Verträge vor der Sommerpause unterschrieben sind."